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Imkerei im März + Fehler vermeiden !

Frühjahrsarbeit

Imkerei im März

Fehler vermeiden und Völker richtig entwickeln.

Der März ist für Imker eine der entscheidendsten Phasen im gesamten Bienenjahr. Die Völker haben den Winter überstanden, die ersten warmen Tage wecken die Natur, und vielerorts beginnt bereits der erste nennenswerte Polleneintrag.

Gleichzeitig ist dies jedoch auch eine Zeit, in der besonders viele Fehler gemacht werden, oft mit Folgen, die sich erst Wochen später zeigen. Viele Verluste entstehen nicht im tiefen Winter, sondern genau jetzt, im Übergang zum Frühjahr.

Zu frühes und zu intensives Öffnen der Völker

Ein häufiger Fehler ist es, die Völker zu früh und zu intensiv zu öffnen. Ein einzelner sonniger Tag mit milden Temperaturen verleitet schnell dazu, eine ausführliche Durchsicht zu machen.

Dabei wird oft unterschätzt, dass die Temperaturen noch nicht stabil sind und vor allem die Nächte weiterhin sehr kalt sein können. Wird das Volk zu lange geöffnet, kühlt das Brutnest aus.

Die Bienen müssen viel Energie aufwenden, um die Brut wieder auf Temperatur zu bringen, und im schlimmsten Fall wird die Entwicklung deutlich gebremst. Sinnvoll ist es daher, nur bei stabilen Bedingungen – idealerweise ab etwa 12 bis 15 Grad und möglichst windstill – kurz und gezielt zu arbeiten.

Jede Durchsicht sollte ein klares Ziel haben. Reines „Nachschauen“ ohne Anlass schadet mehr, als es nützt.

Futter im März

Noch kritischer ist im März das Thema Futter. Viele Imker gehen davon aus, dass die Winterreserven ausreichen, doch genau jetzt steigt der Verbrauch im Volk massiv an.

Durch die zunehmende Brut wird deutlich mehr Energie benötigt, und ein Volk kann innerhalb weniger Tage in eine Mangelsituation geraten. Besonders gefährlich ist dies bei kalten Nächten, wenn die Bienen das vorhandene Futter nicht erreichen können.

Typische Warnzeichen sind eine sehr leichte Beute, ein kleiner oder fehlender Futterkranz auf den Waben oder ein unruhiges Verhalten der Bienen. Hier gilt eine einfache Regel: Im Zweifel immer zufüttern.

Futterteig direkt über dem Brutnest ist eine sichere und schnelle Lösung. Ein verlorenes Volk wiegt deutlich schwerer als eine zu großzügige Fütterung.

Zu frühes Erweitern

Ein weiterer häufiger Fehler ist das zu frühe Erweitern des Volkes. Gerade im Frühjahr ist die Versuchung groß, Mittelwände zu geben oder den Honigraum aufzusetzen, um „alles richtig zu machen“.

Doch ein Volk braucht in dieser Phase vor allem eines: Kompaktheit und Wärme. Wird zu früh Raum gegeben, geht wertvolle Wärme verloren, und die Entwicklung des Brutnestes wird gebremst.

Erweiterungen sollten erst erfolgen, wenn das Volk wirklich stark genug ist, also wenn die Wabengassen gut besetzt sind und das Brutnest sichtbar wächst. Auch dann ist ein schrittweises Vorgehen entscheidend.

Häufigkeit der Eingriffe

Ebenso unterschätzt wird die Häufigkeit der Eingriffe. Viele Imker öffnen ihre Völker im Frühjahr deutlich zu oft. Jede Störung bedeutet Stress, Energieverlust und eine Unterbrechung des natürlichen Ablaufs im Volk.

Besonders in dieser sensiblen Phase kann das die Entwicklung spürbar verzögern. Stattdessen sollte man verstärkt auf äußere Beobachtungen achten, etwa den Flugbetrieb oder den Polleneintrag.

Diese liefern oft bereits wertvolle Hinweise auf den Zustand des Volkes, ohne dass eingegriffen werden muss.

Varroa im Frühjahr

Auch das Thema Varroa wird im Frühjahr häufig vernachlässigt. Viele sehen darin ein reines Sommerproblem, doch tatsächlich beginnt die entscheidende Phase bereits jetzt.

Mit dem Start der Brut entwickelt sich auch die Varroapopulation weiter. Wer hier nicht hinschaut, wird im Sommer häufig von hohen Befallszahlen überrascht.

Eine einfache Kontrolle über die Windel und das Zählen des natürlichen Milbenfalls kann bereits wichtige Hinweise liefern. So lassen sich auffällige Völker frühzeitig erkennen und später gezielt behandeln.

Brutbild richtig bewerten

Darüber hinaus wird oft das Brutbild nicht ausreichend bewertet. Es reicht nicht aus festzustellen, dass Brut vorhanden ist. Entscheidend ist die Qualität.

Ein gleichmäßiges, geschlossenes Brutbild deutet auf eine gute Königin hin, während viele Lücken oder Unregelmäßigkeiten auf Probleme hinweisen können.

Auch Anzeichen wie mehrere Eier pro Zelle oder ein ungewöhnlich hoher Drohnenanteil sollten ernst genommen werden. Der März ist eine gute Zeit, um die Qualität des Volkes zu beurteilen und frühzeitig Entscheidungen zu treffen.

Die Dynamik dieser Zeit

Grundsätzlich wird die Dynamik dieser Zeit häufig unterschätzt. Der März ist kein ruhiger Übergangsmonat, sondern der eigentliche Start in das neue Bienenjahr.

Die Brutmenge nimmt rasch zu, der Futterverbrauch steigt stark an, und die Entwicklung des Volkes beschleunigt sich deutlich. Fehler, die jetzt gemacht werden, wirken sich direkt auf die Volksstärke, den Honigertrag und die Schwarmneigung in den kommenden Monaten aus.


Fazit

Zusammengefasst lässt sich sagen: Der März verlangt vor allem ein gutes Gefühl für Timing und Zurückhaltung. Zu frühes Eingreifen, falsche Einschätzungen beim Futter oder unnötige Störungen können die Entwicklung eines Volkes erheblich beeinträchtigen.

Wer hingegen ruhig, gezielt und mit Blick auf die Bedürfnisse des Volkes arbeitet, schafft die Grundlage für ein starkes und gesundes Bienenjahr.


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