Besonders sorgfältig muss die Standortwahl bewertet werden, wenn es um Dach-Imkerei geht. Dachstände können Vorteile haben, weil der Flugverkehr meist höher startet und dadurch am Boden weniger Konflikte entstehen. In manchen städtischen Lagen ist außerdem ein vielfältiges Trachtmosaik vorhanden, das aus Parks, Gärten und Straßenbäumen besteht.
Entscheidend ist jedoch, dass Dach-Imkerei zusätzliche Anforderungen stellt, die bei Bodenständen kaum eine Rolle spielen. Dazu gehören vor allem Arbeitssicherheit, Windlast, Hitzeentwicklung und die Frage, ob die Dachfläche die Last dauerhaft und ohne Schäden trägt. Auf Dächern ist die Absturzgefahr real und muss in der Praxis durch sicheren Zugang und geeignete Schutzmaßnahmen berücksichtigt werden.
Zudem sind Dächer häufig windiger; dadurch steigt das Risiko, dass Beuten kippen ,sich verschieben oder auch das ein nicht ausreichend gut gesicherter Blechdeckel herunter geweht wird und Jemanden dabei verletzt . Auf Flachdächern kommt als weiterer Faktor hinzu, dass sich dunkle Dachflächen stark aufheizen können, was den Wärmehaushalt der Völker belastet. Dachstände sind deshalb nur dann ein „guter Standort“, wenn Sicherheit, Standsicherheit, Dachschutz und Hitzemanagement zuverlässig gelöst sind und die Logistik (Material hoch, Honig runter) im Alltag praktikabel bleibt.