Zunächst ist wichtig, zwischen einem wirklich schwachen Volk und einem Volk zu unterscheiden, das einfach nur später in Gang kommt. Im Frühjahr entwickeln sich Bienenvölker nicht immer gleich schnell. Unterschiede in Volksstärke, Königinnenqualität, Futterlage, Standort, Kleinklima und Winterverlauf wirken noch lange nach. Ein Volk, das heute hinterherhinkt, kann sich bei guten Bedingungen durchaus noch stabilisieren.
Deshalb sollte ein Volk nicht allein nach der Zahl der besetzten Wabengassen beurteilt werden. Wichtiger ist der Gesamteindruck. Hat das Volk eine Königin? Ist frische Brut vorhanden? Wird Pollen eingetragen? Sitzt das Volk ruhig und geschlossen? Ist ausreichend Futter vorhanden? Wirkt die Brut gesund und zusammenhängend? Dann kann auch ein kleineres Volk durchaus noch entwicklungsfähig sein.
Kritisch wird es dort, wo mehrere Warnzeichen zusammenkommen: wenig Bienenmasse, lückenhaftes oder sehr kleines Brutnest, keine frischen Stifte, unruhiger Sitz, mangelhafter Polleneintrag, Futterabriss oder deutliche Hinweise auf eine schlechte oder fehlende Königin. Solche Völker werden nicht einfach nur „etwas später“ sein, sondern sind in ihrer Entwicklung tatsächlich gefährdet.