Kategorie InApp Veröffentlichung

Gemülldiagnose

Varroamanagement

Schadschwellen orientiertes Varroamanagement

Messen, verstehen und gezielt handeln

Stell dir vor, du gehst an deinen Bienenstand und stellst dir nicht mehr zuerst die Frage:

„Wann muss ich meine Völker behandeln?“

Sondern:

„Wie stark ist jedes einzelne meiner Völker tatsächlich mit Varroa belastet?“

Genau das ist der Grundgedanke des schadschwellenorientierten Varroamanagements.

Nicht jedes Volk entwickelt sich gleich. Während bei einem Volk der Varroadruck bereits kritisch steigen kann, bleibt ein anderes am selben Stand möglicherweise noch deutlich unauffälliger.

Statt ausschließlich nach einem festen Zeitplan zu arbeiten, wird deshalb regelmäßig gemessen, bewertet und anschließend entschieden.

Das klingt zunächst einfach.

In der Praxis ist es .. gerade für Anfänger .. allerdings deutlich schwieriger.

In 60 Sekunden

  • Varroabelastung regelmäßig messen statt nur nach Kalender handeln
  • Messwerte müssen immer zur Methode und Jahreszeit passen
  • Windel, Puderzuckerprobe und Auswaschprobe liefern unterschiedliche Werte
  • Regelmäßige Daten helfen beim Vergleich einzelner Völker
  • Langfristig können diese Beobachtungen auch für die Zucht wertvoll werden
Die größte Hürde für Anfänger: Was bedeutet meine Zahl eigentlich?

Wer gerade mit der Imkerei beginnt, steht schnell vor einem Problem.

Man zählt beispielsweise sechs Milben auf der Windel.

Aber was bedeutet das?

Sind sechs Milben viel? Oder wenig? Über wie viele Tage wurde gemessen? Welche Jahreszeit haben wir? Muss ich jetzt handeln? Wann soll ich erneut messen? Und wäre mit einer anderen Messmethode überhaupt derselbe Wert herausgekommen?

Genau hier beginnt die Unsicherheit.

Ein erfahrener Imker kann einen Messwert häufig wesentlich besser in den Zusammenhang von Jahreszeit, Volksentwicklung, Standort und bisherigen Beobachtungen einordnen.

Ein Anfänger besitzt diese Erfahrung noch nicht.

Er muss gleichzeitig lernen:

  • welche Messmethode wann sinnvoll ist,
  • wie sie korrekt durchgeführt wird,
  • wie der Messwert berechnet wird,
  • welcher Schwellenwert gilt,
  • wie dringend die Situation ist,
  • und welche Konsequenz daraus folgt.

Das ist viel Wissen für eine einzige Zahl.

Das Grundprinzip ist trotzdem erstaunlich einfach

Im Kern besteht schadschwellenorientiertes Varroamanagement aus vier Schritten:

Messen → Bewerten → Entscheiden → Kontrollieren

Zuerst wird die aktuelle Varroabelastung ermittelt.

Anschließend wird der Wert passend zur Messmethode und zum Zeitpunkt eingeordnet.

Danach wird entschieden, ob aktuell Handlungsbedarf besteht oder zunächst weiter beobachtet werden kann.

Nach einer erforderlichen Maßnahme wird erneut kontrolliert.

Gerade der letzte Punkt ist wichtig: Nicht allein die Zahl der während einer Behandlung gefallenen Milben zeigt den Erfolg. Entscheidend ist, wie sich die verbleibende Belastung anschließend entwickelt.

Beispiel 1: Die Windel

Die Gemülldiagnose beziehungsweise Windelkontrolle ist für viele Imker ein einfacher Einstieg.

Eine Bodeneinlage wird für einen definierten Zeitraum unter das Volk geschoben. Anschließend werden die natürlich abgefallenen Varroamilben gezählt.

Angenommen:

Du findest innerhalb von drei Tagen insgesamt 18 Milben.

Dann beträgt der natürliche Milbenfall:

18 ÷ 3 = 6 Milben pro Tag

Damit besitzt du einen Messwert.

Aber noch keine fertige Entscheidung.

Denn jetzt kommt die entscheidende Frage:

Was bedeuten sechs Milben pro Tag zu diesem Zeitpunkt im Bienenjahr?

Genau deshalb können starre Grenzwerte problematisch sein.

Der gleiche Messwert kann abhängig von Jahreszeit und Situation unterschiedlich bewertet werden.

Beispiel 2: Puderzuckerprobe

Bei einer Puderzuckerprobe wird dagegen eine definierte Menge Bienen untersucht.

Die Milben werden von den Bienen gelöst und anschließend gezählt.

Hier entsteht also ein völlig anderer Rohwert als bei der Windel.

Die Windel liefert beispielsweise:

Milben pro Tag

Eine Bienenprobe liefert dagegen einen Befall bezogen auf die untersuchte Bienenmenge.

Beide Verfahren beschäftigen sich mit derselben Frage der Varroabelastung.

Aber ihre Zahlen können nicht einfach direkt nebeneinandergelegt werden.

Beispiel 3: Auswaschprobe

Auch bei einer Auswaschprobe wird eine definierte Bienenprobe untersucht.

Die Milben werden von den Bienen getrennt und gezählt. Daraus lässt sich der Befall der untersuchten Bienen bestimmen.

Das Verfahren kann eine gute Momentaufnahme liefern, unterscheidet sich aber sowohl in der Durchführung als auch in der Aussage des Rohwerts von der Gemülldiagnose.

Und genau deshalb wird das Thema für Anfänger schnell kompliziert.

Nicht jede Messmethode spricht dieselbe Sprache

Je tiefer man sich mit Varroadiagnostik beschäftigt, desto deutlicher wird das Problem.

Es existieren unterschiedliche Verfahren wie beispielsweise:

Windelkontrolle

→ natürlicher Milbenfall über einen bestimmten Zeitraum

Puderzuckerprobe

→ Milbenbefall einer definierten Bienenprobe

Auswaschmethode

→ Milbenbefall einer definierten Bienenprobe

Brutuntersuchung

→ Untersuchung des Befalls in der Brut

Weitere Verfahren können zusätzliche Informationen über das Volk oder für die züchterische Beurteilung liefern.

Jede Methode hat ihre Berechtigung.

Aber sie produziert ihre eigene Art von Daten.

Für einen erfahrenen Imker ist das bereits anspruchsvoll.

Für jemanden mit seinen ersten fünf Bienenvölkern kann es regelrecht überwältigend sein.

Und dann kommt noch die Jahreszeit dazu

Varroa ist kein statisches Problem.

Die Situation verändert sich im Verlauf des Bienenjahres erheblich.

Mit der Entwicklung des Bienenvolkes entwickelt sich auch die Milbenpopulation.

Deshalb reicht es nicht, sich einen einzigen Schwellenwert zu merken und diesen das ganze Jahr anzuwenden.

Der Zeitpunkt der Messung spielt eine entscheidende Rolle.

Das bedeutet für den Imker:

Eine Zahl braucht immer einen Kontext.

Ein praktisches Beispiel

Nehmen wir zwei Bienenvölker am selben Stand.

Volk A

Die regelmäßigen Kontrollen zeigen über längere Zeit nur einen langsam steigenden Varroadruck.

Volk B

Unter vergleichbaren Bedingungen steigt die Belastung deutlich schneller.

Für das unmittelbare Varroamanagement ist zunächst wichtig, rechtzeitig zu erkennen, wann bei Volk B Handlungsbedarf entsteht.

Aber die Daten erzählen noch eine zweite Geschichte.

Warum entwickeln sich diese beiden Völker unterschiedlich?

Genau diese Frage wird für die Zucht interessant.

Wenn sich solche Unterschiede wiederholt und über längere Zeiträume zeigen, können sie ein Hinweis darauf sein, welche Völker für eine genauere Beobachtung und züchterische Bewertung besonders interessant sind.

Aus Varroamanagement wird plötzlich Basiszucht

Und genau hier wird schadschwellenorientiertes Arbeiten besonders spannend.

Wer regelmäßig misst, sammelt nicht nur Daten für die nächste Entscheidung.

Er dokumentiert gleichzeitig, wie sich jedes einzelne Volk mit Varroa entwickelt.

Damit verändert sich der Blick auf den eigenen Bienenstand.

Plötzlich geht es nicht mehr ausschließlich darum:

„Welches Volk muss ich jetzt besonders im Auge behalten?“

Sondern irgendwann auch:

„Warum muss ich bei diesem Volk immer früher eingreifen als bei einem anderen?“

Oder:

„Warum bleibt dieses Volk unter vergleichbaren Bedingungen immer wieder länger unauffällig?“

Solche Beobachtungen sind für eine langfristige Selektion besonders interessant.

Genau hier liegt auch der Weg Richtung Varroaresistenz

Unser langfristiges Ziel sollte nicht nur darin bestehen, immer besser auf steigende Varroabelastungen zu reagieren.

Wir möchten Bienenvölker fördern, die langfristig besser mit der Varroamilbe zurechtkommen.

Genau das ist auch der Grundgedanke hinter der Varroaresistenzzucht .

Dafür müssen Unterschiede zwischen den Völkern überhaupt erst sichtbar werden.

Und das funktioniert nur, wenn wir messen.

Nicht einmal.

Sondern regelmäßig.

Nicht nur die problematischen Völker.

Sondern möglichst den gesamten Bestand.

Denn erst dann können wir vergleichen.

Genau hier möchten wir Anfänger unterstützen

Das Problem ist offensichtlich:

Wir können einem Neuimker nicht einfach sagen:

„Miss deine Varroabelastung und orientiere dich an der Schadschwelle.“

Damit fangen die Fragen nämlich erst an.

  • Welche Methode?
  • Wie messe ich richtig?
  • Was muss ich eingeben?
  • Wie berechne ich das Ergebnis?
  • Was bedeutet die Zahl?
  • Wie ist sie zu dieser Jahreszeit einzuordnen?
  • Wann sollte ich erneut kontrollieren?

Genau diese Denkarbeit möchten wir mit bee-pilot.io einfacher machen.

Der Imker soll die Messung durchführen.

Die Software soll ihm anschließend dabei helfen, die Daten zu verstehen.

Aus einer Zahl wird eine verständliche Information

Unser Ziel beim Varroa-Modul ist deshalb nicht, möglichst viele Zahlen auf dem Bildschirm darzustellen.

Im Gegenteil.

Der Imker soll möglichst schnell verstehen:

Wo steht mein Volk?

Dazu können unterschiedliche Messmethoden mit den jeweils benötigten Angaben erfasst werden.

Aus dem methodenspezifischen Rohwert entsteht eine einheitlichere Bewertung der Belastung.

Anschließend kann diese Belastung unter Berücksichtigung relevanter Schwellenwerte eingeordnet werden.

So wird aus:

„Ich habe 18 Milben in drei Tagen gezählt.“

eine für den Anwender wesentlich wichtigere Information:

„Wie ist die Belastung dieses Volkes aktuell einzuschätzen?“

Genau dieser Unterschied ist besonders für Anfänger enorm.

Der Anfänger lernt dabei trotzdem

Uns ist wichtig, dem Imker die Entscheidung nicht einfach aus der Hand zu nehmen.

bee-pilot.io soll kein schwarzer Kasten sein, der nur sagt:

Grün. Gelb. Rot. (5 Stufig)

Der Anwender soll mit der Zeit verstehen, warum sein Volk so eingestuft wird.

Dadurch entsteht ein Lernprozess.

Aus einem Anfänger, der zunächst nicht weiß, was sechs Milben pro Tag bedeuten, wird mit jeder Messung ein Imker, der die Entwicklung seiner Völker besser versteht.

Die Software unterstützt dabei.

Die Erfahrung entsteht weiterhin am Bienenstand.

Und irgendwann wird aus Erfahrung Wissen über den eigenen Bestand

Nach einer Saison besitzt man nicht mehr nur einzelne Notizen.

Man sieht Verläufe.

Nach zwei oder drei Jahren werden diese Daten noch interessanter.

Welche Völker fallen immer wieder früh auf? Welche bleiben länger stabil? Welche Königinnen beziehungsweise Linien zeigen wiederholt interessante Entwicklungen?

Genau daraus können langfristig bessere Zuchtentscheidungen entstehen.

Das ist für uns die Verbindung zwischen schadschwellenorientiertem Varroamanagement und der Varroaresistenzucht.

Das eine hilft uns heute, bessere Entscheidungen zu treffen.

Das andere beschreibt, wohin wir langfristig wollen.


Fazit

Schadschwellenorientiertes Varroamanagement bedeutet nicht einfach, weniger zu tun.

Es bedeutet, genauer hinzusehen.

Messen → Verstehen → Entscheiden → Kontrollieren

Für erfahrene Imker kann das ein äußerst wirkungsvolles Werkzeug sein.

Für Anfänger ist der Einstieg dagegen oft schwierig, weil Messmethoden, Schwellenwerte, Jahreszeit und Entscheidungen gleichzeitig verstanden werden müssen.

Genau dort möchten wir mit bee-pilot.io unterstützen.

Wir möchten aus Messwerten verständliche Informationen machen und gleichzeitig dafür sorgen, dass wertvolle Beobachtungen nicht verloren gehen.

Denn dieselben Daten, die uns heute helfen, ein Volk richtig einzuschätzen, können uns morgen dabei helfen, Unterschiede zwischen unseren Völkern zu erkennen.

Und genau diese Unterschiede sind der Ausgangspunkt auf dem Weg zu varroaresistenteren Bienen.


bee-pilot.io jetzt testen

Zukunft der Imkerei

Varroa

resistenz erreichen

Warum Vergleichbarkeit der eigentliche Schlüssel ist
Stell dir vor, du müsstest deine Königinnen auswählen, ohne jemals das Brutbild gesehen zu haben.Genau so arbeiten wir heute häufig bei der Varroa.Wir messen.

Wir dokumentieren.

Wir behandeln.

Und trotzdem wissen wir am Ende oft nicht, welches Volk tatsächlich robuster ist.

Genau hier entscheidet sich, ob die Varroaresistenz  eine Vision bleibt oder Realität werden kann.

🐝 In 60 Sekunden

  • Varroaresistenz braucht vergleichbare Daten.
  • Unterschiedliche Messmethoden erschweren heute objektive Vergleiche.
  • bee-pilot.io normiert verschiedene Messmethoden auf eine gemeinsame Bewertung.
  • Dadurch lassen sich Völker erstmals objektiver vergleichen.
  • Genau diese Vergleichbarkeit ist die Grundlage jeder erfolgreichen Basiszucht.

Nicht die Varroamilbe ist das größte Problem

Die Varroamilbe beschäftigt die Imkerei seit Jahrzehnten.

Wir kennen unterschiedliche Diagnosemethoden.

Wir kennen Behandlungskonzepte.

Wir wissen, wie wir den Milbendruck kontrollieren können.

Was uns bis heute jedoch fehlt, ist etwas viel Grundlegenderes:

Vergleichbare Daten.

Denn genau daran entscheidet sich, welche Bienenvölker tatsächlich robuster sind.

Warum heutige Messungen kaum vergleichbar sind

Jeder Imker misst etwas anders.

  • Windelkontrolle
  • Puderzucker-Probe
  • CO₂-Methode
  • Auswasch-Methode (Alkohol)
  • Auswaschmethode (Seifenlösung)
  • Brutuntersuchung

Jede dieser Methoden liefert andere Zahlen.

Andere Einheiten.

Andere Grenzwerte.

Ein Volk mit acht Milben auf der Windel lässt sich nicht direkt mit einem Volk vergleichen, das bei einer Brutuntersuchung zwölf Prozent befallene Zellen aufweist.

Beide Werte können richtig sein.

Vergleichbar sind sie jedoch nicht.

Und genau hier beginnt das eigentliche Problem.

💡 Jede Notiz bleibt eine Insel

Solange Messmethoden unterschiedliche Ergebnisse liefern und diese nicht miteinander vergleichbar sind, bleibt jede einzelne Messung eine Momentaufnahme. Für eine erfolgreiche Basiszucht braucht es jedoch objektive Vergleiche über viele Jahre hinweg.

Genau hier setzt bee-pilot.io an

Wir haben uns eine einfache Frage gestellt.

Warum sollte ein Imker überhaupt darüber nachdenken müssen, welche Messmethode verwendet wurde?

Eigentlich sollte nur eines zählen:

Wie stark ist ein Volk tatsächlich belastet?

Deshalb verarbeitet bee-pilot.io verschiedene Messmethoden und überführt sie in eine gemeinsame, vergleichbare Bewertung.

Der Ablauf erfolgt in drei Schritten.

Das dreistufige Berechnungsmodell

1️⃣ Milben zählen

Jede Messmethode wird mit ihren eigenen Parametern dokumentiert, egal ob Windel, Puderzucker, CO₂, Auswaschung oder Brutuntersuchung

2️⃣ Vergleichbare Volkbelastung berechnen

Die unterschiedlichen Rohwerte werden automatisch in eine einheitliche Belastung des Volkes umgerechnet.

Ab diesem Moment spielt die ursprüngliche Messmethode keine Rolle mehr.

3️⃣ Automatische Bewertung

Unter Berücksichtigung von Saison und Standort wird die Belastung automatisch bewertet und in die Gesamtentwicklung des Volkes eingeordnet.

KI dort einsetzen, wo sie wirklich hilft

Viele Imker messen nicht deshalb zu selten, weil sie den Nutzen nicht erkennen.

Sie messen zu selten, weil es Zeit kostet.

Deshalb setzen wir Künstliche Intelligenz genau dort ein, wo sie den größten Unterschied macht.

  • Automatische Vorschläge passender Schwellwerte je Standort.
  • Berücksichtigung regionaler Unterschiede.
  • Zukünftig automatische Milbenauszählung anhand eines Fotos der Windel.

Aus einer aufwendigen Diagnose wird dadurch eine Erfassung von wenigen Sekunden.

Keine zusätzliche App , Teil der Stockdurchsicht

Die Varroaerfassung ist vollständig in die normale Stockdurchsicht integriert.

Alternativ kann eine Messung auch jederzeit über die Schnellerfassung dokumentiert werden.

Beides landet automatisch in derselben Historie.

Der Imker muss sich also nicht überlegen, wo eine Messung gespeichert werden soll.

Alle Informationen fließen in dieselbe Auswertung ein.

Warum das für eine Varroaresistenz entscheidend ist

Die Zukunft entscheidet sich nicht in einzelnen Zuchtbetrieben.

Sie entscheidet sich an Tausenden Bienenständen.

Erst wenn möglichst viele Imker ihre Völker nach denselben Maßstäben bewerten können, entsteht eine Datengrundlage, auf der wirklich robuste Bienenvölker erkannt werden können.

Genau diese Vergleichbarkeit fehlt heute noch.

Und genau daran arbeitet bee-pilot.io.


Fazit

Varroaresistenz ist eine gemeinsame Vision für die Zukunft der Imkerei.

Ihr Erfolg hängt davon ab, dass möglichst viele Imker ihre Völker systematisch beobachten, dokumentieren und objektiv miteinander vergleichen können.

Genau dabei unterstützt bee-pilot.io: durch vergleichbare Varroadaten, nachvollziehbare Auswertungen und eine fundierte Grundlage für bessere Zuchtentscheidungen.

Denn robuste Bienenvölker erkennt man nicht durch Vermutungen – sondern durch vergleichbare Daten.

 


bee-pilot.io jetzt testen

Dokumentiere Varroamessungen, vergleiche deine Völker objektiv und unterstütze die Vision einer varroaresistenteren Imkerei.


Jetzt kostenlos testen

 

Zukunft der Imkerei

Varroaresistenz 2033

Gemeinsam die Zukunft der Imkerei gestalten

Die Varroamilbe stellt die Imkerei seit Jahrzehnten vor eine der größten Herausforderungen überhaupt. Trotz intensiver Forschung, neuer Behandlungsmethoden und großer Anstrengungen der Imkerschaft ist sie nach wie vor eine der häufigsten Ursachen für Völkerverluste.

Nahezu jeder Imker kennt die möglichen Folgen eines steigenden Varroadrucks: geschwächte Bienenvölker, eine erhöhte Anfälligkeit für Viruserkrankungen und im schlimmsten Fall den vollständigen Zusammenbruch eines Volkes.

Während sich die Bekämpfung der Varroamilbe über viele Jahre vor allem auf unterschiedliche Behandlungsmethoden konzentrierte, findet europaweit zunehmend ein Umdenken statt.

Anstatt ausschließlich neue Möglichkeiten zur Behandlung zu entwickeln, rückt eine weitere Frage immer stärker in den Mittelpunkt:

Wie können wir Bienenvölker fördern, die von Natur aus besser mit der Varroamilbe zurechtkommen?

Genau dieses Ziel verfolgt die europäische Initiative Varroaresistenz 2033.

Eine gemeinsame Vision für Europa

Im Jahr 2022 haben sich europäische Imkerverbände, Bieneninstitute und Zuchtorganisationen zusammengeschlossen und ein gemeinsames Ziel formuliert:

Bis zum Jahr 2033 sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um langfristig eine möglichst flächendeckende varroaresistentere Honigbienenpopulation in Europa aufzubauen.

Dieses Ziel soll durch gezielte Selektion, Basiszucht und die Verbreitung geeigneter Genetik erreicht werden. Der Weg dorthin führt nicht über eine einzelne neue Behandlungsmethode oder eine einzelne Zuchtlinie. Vielmehr soll die natürliche Widerstandsfähigkeit der Honigbiene über viele Generationen hinweg schrittweise verbessert werden.

Dabei richtet sich die Initiative ausdrücklich nicht nur an professionelle Zuchtbetriebe, Bieneninstitute oder Belegstellen.

Der langfristige Erfolg hängt davon ab, dass möglichst viele Imker mitwirken, ihre Beobachtungen dokumentieren und diese in ihre Zuchtentscheidungen einfließen lassen.

Denn die Zukunft der Imkerei entsteht nicht nur in Laboren oder Forschungsprojekten. Sie entsteht an Tausenden Bienenständen in ganz Europa.

Basiszucht beginnt am eigenen Bienenstand

Jeder Imker besitzt Völker, die sich unterschiedlich entwickeln.

Manche Völker bleiben über die gesamte Saison hinweg vital und stabil. Andere benötigen deutlich mehr Aufmerksamkeit, reagieren empfindlicher auf äußere Einflüsse oder weisen einen höheren Varroadruck auf.

Genau diese Unterschiede sind für die Basiszucht von großer Bedeutung.

Das Ziel besteht nicht darin, innerhalb kurzer Zeit perfekte Bienenvölker zu erzeugen. Vielmehr geht es darum, über viele Generationen hinweg diejenigen Völker zu erkennen, die unter vergleichbaren Bedingungen besonders stabile und günstige Eigenschaften zeigen.

Wenn konsequent robuste Völker zur Nachzucht ausgewählt und anfälligere Völker nicht weitervermehrt werden, kann sich die Widerstandsfähigkeit eines Bestandes langfristig verbessern.

Nicht einzelne Spitzenzuchten allein verändern die Bienenpopulation. Langfristige Fortschritte entstehen durch viele Imker, die Jahr für Jahr sorgfältig beobachten und bewusste Zuchtentscheidungen treffen.

  • robuste und vitale Völker gezielt weitervermehren
  • auffällige oder anfällige Völker nicht zur Nachzucht verwenden
  • das schlechteste drittel am Stand jedes Jahr Konsequent umweiseln
  • Entwicklungen über längere Zeiträume dokumentieren
  • Entscheidungen auf nachvollziehbaren Beobachtungen aufbauen
  • langfristig und über mehrere Generationen denken

Das größte Problem ist die fehlende Vergleichbarkeit

In der Praxis dokumentieren viele Imker bereits heute ihre Varroawerte, Behandlungen und Beobachtungen.

Häufig bleiben diese Informationen jedoch einzelne Einträge in einem Notizbuch, einer Stockkarte oder einer Tabellenkalkulation.

Eine Windelkontrolle hier.

Eine Puderzucker- oder Alkoholauswaschung dort.

Eine Behandlung einige Wochen später.

Jede einzelne Aufzeichnung liefert wertvolle Informationen. Für sich allein betrachtet bleibt sie jedoch meist nur eine Momentaufnahme.

Was häufig fehlt, ist eine zusammenhängende und nachvollziehbare Gesamtauswertung.

Wie entwickelt sich der Varroadruck eines Volkes über die gesamte Saison?

Welche Auswirkungen hatte eine dokumentierte Behandlung?

Welches Volk bleibt unter vergleichbaren Bedingungen langfristig stabil?

Welche Völker zeigen wiederholt eine günstige Entwicklung?

Und welche Königin sollte bevorzugt für die Nachzucht ausgewählt werden?

Solche Fragen lassen sich nur beantworten, wenn Messungen, Behandlungen und Beobachtungen systematisch dokumentiert und in ihrem zeitlichen Zusammenhang betrachtet werden.

Gute Zucht braucht gute Daten

Eine Windelkontrolle liefert Hinweise auf den natürlichen Milbenfall.

Eine Puderzucker- oder Alkoholauswaschung kann den aktuellen Befallsgrad sichtbarer machen.

Eine dokumentierte Behandlung zeigt, wann und mit welcher Maßnahme in die Entwicklung eingegriffen wurde.

Erst wenn diese Informationen miteinander verknüpft werden, entsteht ein umfassenderes Bild.

Ein Volk kann an einem bestimmten Tag einen niedrigen Varroabefall aufweisen und wenige Wochen später eine völlig andere Entwicklung zeigen. Umgekehrt erlaubt auch ein einzelner erhöhter Messwert noch keine abschließende Bewertung des Volkes.

Entscheidend ist nicht eine einzelne Zahl, sondern die Entwicklung über einen längeren Zeitraum.

Genau diese langfristige Betrachtung bildet eine wichtige Grundlage für fundierte Entscheidungen in der Basiszucht.

Hier setzt bee-pilot.io an

Mit dem neuen Varroa-Modul in bee-pilot.io haben wir ein Werkzeug entwickelt, das die Gedanken und Ziele von Varroaresistenz 2033 im Imkeralltag praktisch unterstützen soll.

Unsere App soll  dabei helfen, die Grundgedanken der Initiative in die tägliche Praxis zu übertragen.

Denn eine fundierte Selektion beginnt mit einer sauberen Dokumentation. Genau diese möchten wir so einfach, verständlich und nachvollziehbar wie möglich gestalten.

Messungen, Behandlungen und Entwicklungen werden nicht nur gespeichert. Sie werden zeitlich miteinander verknüpft, ausgewertet und übersichtlich dargestellt.

Dadurch entsteht eine möglichst objektive Datengrundlage, mit der sich die Entwicklung einzelner Völker über längere Zeiträume hinweg verfolgen und innerhalb des eigenen Bestandes vergleichen lässt.

Digitale Dokumentation ersetzt dabei weder Erfahrung noch imkerliches Fachwissen. Sie kann jedoch Zusammenhänge sichtbar machen, die in einzelnen Notizen, Stockkarten oder Tabellen häufig verborgen bleiben.

Das Varroa-Modul im Überblick

Das Varroa-Modul wurde entwickelt, um relevante Informationen zu einem Volk an einem zentralen Ort zusammenzuführen.

Das System erfasst und verbindet unter anderem:

  • sämtliche dokumentierten Varroamessungen
  • unterschiedliche Messmethoden
  • dokumentierte Behandlungen
  • den zeitlichen Verlauf des Befalls
  • die aktuelle Befallsentwicklung
  • Prognosen auf Grundlage der erfassten Messwerte und Verläufe
  • die vollständige Historie jedes einzelnen Volkes

Dadurch entsteht nicht nur eine Sammlung einzelner Datenpunkte, sondern eine zusammenhängende Dokumentation, mit der sich Entwicklungen wesentlich besser nachvollziehen lassen.

Anstatt verschiedene Notizen, Tabellen oder Stockkarten miteinander vergleichen zu müssen, stehen die relevanten Informationen übersichtlich an einer Stelle zur Verfügung.

Nicht eine einzelne Messung entscheidet.

Entscheidend ist der gesamte Verlauf.

Aus Daten werden fundierte Entscheidungen

Eine nachhaltige Basiszucht lebt von nachvollziehbaren und möglichst objektiven Entscheidungen.

Nicht jedes starke Volk eignet sich automatisch für die Nachzucht. Ebenso erlaubt eine einzelne Varroamessung noch keine sicheren Rückschlüsse auf die langfristige Entwicklung eines Volkes.

Erst wenn Beobachtungen über Monate oder sogar mehrere Jahre hinweg miteinander verglichen werden, entsteht ein aussagekräftigeres Gesamtbild.

Dabei können unter anderem folgende Fragen betrachtet werden:

  • Welche Völker entwickeln sich unter vergleichbaren Bedingungen besonders stabil?
  • Welche Völker zeigen über längere Zeiträume eine günstige Befallsentwicklung?
  • Wie verändert sich der Varroadruck nach dokumentierten Behandlungen?
  • Welche Königinnen bringen wiederholt vitale und leistungsfähige Nachkommen hervor?
  • Welche Völker sollten bevorzugt für die Nachzucht ausgewählt werden?

Solche Fragestellungen stehen im Mittelpunkt einer systematischen Basiszucht.

Das Varroa-Modul soll dabei helfen, diese Entwicklungen transparent darzustellen und den Imker bei seinen Entscheidungen zu unterstützen.

Die abschließende Bewertung und die daraus entstehende Zuchtentscheidung bleiben selbstverständlich immer beim Imker selbst.

Völker sinnvoll miteinander vergleichen

Jedes Bienenvolk entwickelt sich individuell.

Witterung, Trachtangebot, Standort, Volksstärke, Königinnenalter und viele weitere Faktoren beeinflussen den Verlauf einer Saison.

Deshalb ist es wichtig, einzelne Messwerte nicht isoliert zu betrachten und Vergleiche möglichst unter ähnlichen Bedingungen vorzunehmen.

Erst die Gesamtheit aller dokumentierten Informationen ermöglicht eine sinnvollere Einschätzung der Entwicklung eines Volkes.

Wer seine Völker über einen längeren Zeitraum beobachtet, erkennt Muster, die bei einer einzelnen Kontrolle kaum sichtbar wären.

Welches Volk entwickelt sich dauerhaft stabil?

Welches zeigt über mehrere Monate eine günstige Entwicklung?

Welche Königin bringt wiederholt vitale und leistungsfähige Nachkommen hervor?

Solche Fragen lassen sich besser beantworten, wenn Beobachtungen systematisch dokumentiert und nachvollziehbar ausgewertet werden.

Genau dabei soll bee-pilot.io unterstützen.

Ein Werkzeug, das mit der Imkerschaft wächst

Wir verstehen unser Varroa-Modul nicht als abgeschlossenes Produkt.

Es ist ein Werkzeug, das wir gemeinsam mit den Anforderungen und Erfahrungen der Imkerschaft kontinuierlich weiterentwickeln möchten.

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse.

Neue Auswertungsmöglichkeiten.

Neue Erfahrungen aus der Praxis.

All das soll künftig in die Entwicklung einfließen.

Neue Dokumentationsfunktionen, zusätzliche Auswertungsmöglichkeiten und Rückmeldungen aus der Imkerschaft sollen Schritt für Schritt berücksichtigt werden.

Unser Ziel ist es, den Imkern ein zunehmend leistungsfähiges Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen, das die Basiszucht verständlich, nachvollziehbar und für möglichst viele Menschen zugänglich macht.

Dabei soll die Anwendung weiterhin praxisnah bleiben und direkt am Bienenstand genutzt werden können.

Jeder Imker kann mithelfen

Varroaresistenz 2033 kann nur gelingen, wenn möglichst viele Imker daran mitwirken.

Nicht jeder wird eigene Zuchtlinien aufbauen, an Leistungsprüfungen teilnehmen oder ein umfangreiches Zuchtprogramm betreiben.

Aber jeder Imker kann dazu beitragen, die robustesten Völker seines Bestandes zu erkennen, ihre Entwicklung sorgfältig zu dokumentieren und geeignete Königinnen gezielt weiterzuvermehren.

Jede sorgfältige Dokumentation verbessert das Verständnis des eigenen Bestandes.

Jede bewusst getroffene Zuchtentscheidung kann langfristig einen Beitrag zu widerstandsfähigeren Bienenvölkern leisten.

Genau dort sehen wir die Aufgabe von bee-pilot.io.

Wir möchten die notwendige Dokumentation vereinfachen, Zusammenhänge sichtbar machen und fundierte Entscheidungen auf einer nachvollziehbaren Datengrundlage unterstützen.

Denn gute Zucht beginnt mit guten Daten.

Unser Beitrag zur Zukunft der Imkerei

Wir sind überzeugt, dass digitale Werkzeuge einen wichtigen Beitrag zur Zukunft der Imkerei leisten können.

Nicht indem sie imkerliche Erfahrung ersetzen.

Sondern indem sie Informationen verständlich aufbereiten, Entwicklungen sichtbar machen und fundierte Entscheidungen erleichtern.

Mit bee-pilot.io möchten wir eine Plattform zur Verfügung stellen, die den täglichen Dokumentationsaufwand reduziert und gleichzeitig eine strukturierte Auswertung ermöglicht.

So entsteht Schritt für Schritt eine verlässliche Datengrundlage, die sowohl für den eigenen Betrieb als auch für eine langfristig ausgerichtete Basiszucht wertvoll sein kann.

Unser Anspruch ist es, ein Werkzeug bereitzustellen, das die Ziele von Varroaresistenz 2033 praktisch unterstützt und es möglichst vielen Imkern erleichtert, sich aktiv an der Basiszucht zu beteiligen.

Nicht durch komplizierte Auswertungen.

Sondern durch eine verständliche, objektive und praxisnahe Unterstützung direkt am Bienenstand.


Fazit

Varroaresistenz 2033 steht für eine gemeinsame europäische Vision: widerstandsfähigere Honigbienen durch konsequente Selektion, Basiszucht und die Zusammenarbeit möglichst vieler Imker.

Der Weg dorthin beginnt nicht nur in wissenschaftlichen Einrichtungen oder professionellen Zuchtbetrieben.

Er beginnt an jedem einzelnen Bienenstand.

Mit jeder Beobachtung.

Mit jeder dokumentierten Messung.

Und mit jeder bewusst getroffenen Zuchtentscheidung.

bee-pilot.io möchte dazu den passenden digitalen Werkzeugkasten bereitstellen.

Wir möchten die tägliche Dokumentation vereinfachen, Entwicklungen sichtbar machen und fundierte Entscheidungen unterstützen.

Denn wenn viele Imker ihre Völker über Jahre hinweg systematisch beobachten, nachvollziehbar dokumentieren und robuste Völker gezielt weitervermehren, entsteht Schritt für Schritt die Grundlage für widerstandsfähigere Honigbienen in Europa.

Gute Zucht beginnt nicht mit Vermutungen. Sie beginnt mit guten Daten.


bee-pilot.io jetzt testen

Dokumentiere deine Beobachtungen direkt am Bienenstand und nutze deine Daten als Grundlage für bessere Entscheidungen.


Jetzt kostenlos testen!

 

Die nächsten Wochen entscheiden über die Qualität Ihrer Winterbienen

Spätsommer und Wintervorbereitung

Die nächsten Wochen entscheiden über die Qualität Ihrer Winterbienen

Warum Varroakontrolle, Futter, Pollen und gesunde Pflegebienen jetzt entscheidend sind

Nach der letzten Honigernte richtet sich der Blick vieler Imker verständlicherweise vor allem auf die Varroabehandlung und das Auffüttern. Beides ist jetzt besonders wichtig. Mindestens ebenso entscheidend ist jedoch, unter welchen Bedingungen die kommenden Brutgenerationen aufwachsen.

Die eigentlichen Winterbienen entstehen nicht plötzlich an einem bestimmten Tag. Die Umstellung von kurzlebigen Sommerbienen auf langlebige Winterbienen ist vielmehr ein fließender Prozess, der sich über mehrere Brutgenerationen erstreckt.

Zunächst werden noch überwiegend Sommer- und Übergangsbienen erzeugt. Doch auch deren Gesundheit ist von großer Bedeutung: Sie pflegen später die Brut, aus der die eigentlichen Winterbienen hervorgehen.

Werden bereits diese ersten Generationen durch Varroa, Viren, Futtermangel oder eine schlechte Pollenversorgung geschwächt, kann sich das auf das gesamte Volk bis weit in den Winter hinein auswirken.

In 60 Sekunden

  • Die Qualität der Winterbienen wird bereits im Juli und August vorbereitet.
  • Gesunde Pflegebienen sind die Grundlage für gesunde Winterbienen.
  • Varroa und Viren können die Lebensdauer der späteren Winterbienen verkürzen.
  • Futter und hochwertiger Pollen müssen während der Brutaufzucht verfügbar sein.
  • Der Erfolg einer Varroabehandlung sollte regelmäßig kontrolliert werden.
Winterbienen sind keine gewöhnlichen Arbeiterinnen

Winterbienen unterscheiden sich deutlich von den kurzlebigen Arbeiterinnen des Sommers.

Während Sommerbienen häufig nur wenige Wochen leben, können Winterbienen mehrere Monate alt werden. Sie bilden die Wintertraube, regulieren die Temperatur im Volk und versorgen im Spätwinter und Frühjahr die erste neue Brut.

Damit übernehmen sie eine entscheidende Aufgabe: Sie müssen das Volk nicht nur durch den Winter bringen, sondern auch den Übergang in das neue Bienenjahr ermöglichen.

Ihre besondere Langlebigkeit hängt unter anderem mit einem gut entwickelten Fettkörper und hohen Reserven an Vitellogenin zusammen. Dieses Speicherprotein spielt eine wichtige Rolle für die Ernährung, das Immunsystem und die Lebensdauer der Bienen.

Die Qualität der Winterbienen beginnt schon vor ihrer Entstehung

Gesunde und langlebige Winterbienen entstehen nicht zufällig. Ihre Entwicklung hängt von mehreren Faktoren ab, die eng miteinander verbunden sind:

  • einem möglichst geringen Varroadruck,
  • einer niedrigen Virusbelastung,
  • ausreichend Futter,
  • einer guten Pollenversorgung,
  • einer leistungsfähigen Königin,
  • genügend gesunden Pflegebienen
  • und möglichst wenig zusätzlichem Stress.

Dabei darf nicht nur auf die späteren Winterbienen selbst geschaut werden. Auch die Bienen, die diese Winterbienen als Larven versorgen, müssen gesund und leistungsfähig sein.

Deshalb sind die kommenden Wochen so entscheidend.

Varroa schädigt mehr als nur einzelne Bienen

Die Varroamilbe ist nicht nur ein Parasit, der einzelne Bienen schwächt. Besonders problematisch ist ihre Verbindung mit verschiedenen Viren.

Werden Bienen während ihrer Entwicklung in der verdeckelten Brut von Varroamilben befallen, können sie bereits geschädigt schlüpfen. Häufig besitzen solche Bienen geringere körperliche Reserven, einen schwächer entwickelten Fettkörper und eine verkürzte Lebenserwartung.

Genau diese Eigenschaften werden jedoch für langlebige Winterbienen und gesunde Pflegebienen benötigt.

Eine zu spät begonnene oder nicht ausreichend wirksame Sommerbehandlung kann deshalb Folgen haben, die sich möglicherweise erst Wochen oder Monate später zeigen.

Nicht nur behandeln, sondern den Erfolg kontrollieren

Eine durchgeführte Varroabehandlung bedeutet nicht automatisch, dass der Milbendruck dauerhaft niedrig bleibt.

Entscheidend ist, den Behandlungserfolg zu kontrollieren und die weitere Entwicklung des Befalls im Blick zu behalten. Je nach Betriebsweise können dafür beispielsweise der natürliche Milbenfall, eine Auswaschung oder andere geeignete Diagnosemethoden genutzt werden.

Auch nach einer erfolgreichen Behandlung kann die Milbenbelastung wieder ansteigen. Eine mögliche Ursache ist die Reinvasion.

Dabei gelangen Milben aus stärker belasteten Völkern erneut in bereits behandelte Bienenvölker. Dies kann unter anderem durch Verflug oder Räuberei geschehen. Besonders im Spätsommer kann sich der Befall dadurch innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern.

Eine regelmäßige Kontrolle ist deshalb sinnvoller als die Annahme, dass eine einmalige Behandlung das Problem für den restlichen Sommer vollständig gelöst hat.

Futter muss rechtzeitig verfügbar sein

Neben der Varroabelastung spielt auch die Futterversorgung eine wichtige Rolle.

Ein Volk, das unter Futtermangel leidet, reduziert häufig die Brut oder stellt sie zeitweise vollständig ein. Dadurch können wichtige Brutgenerationen ausfallen oder deutlich schwächer ausfallen.

Gerade Ableger, kleinere Völker und Begattungseinheiten sollten deshalb besonders aufmerksam kontrolliert werden. Nach dem Ende einer Tracht können ihre Vorräte überraschend schnell zurückgehen.

Entscheidend ist nicht nur, dass irgendwann ausreichend Winterfutter eingelagert wird. Auch während der Aufzucht der kommenden Bienengenerationen muss jederzeit genügend Futter erreichbar sein.

Pollen wird häufig unterschätzt

Für die Aufzucht gesunder Brut benötigen Bienenvölker nicht nur Kohlenhydrate, sondern auch ausreichend Eiweiß.

Pollen liefert Proteine, Fette, Vitamine und weitere Nährstoffe, die für die Entwicklung der Larven und die Bildung von Futtersaft notwendig sind. Fehlt über längere Zeit hochwertiger Pollen, kann dies die Leistungsfähigkeit der Pflegebienen und damit auch die Qualität der aufgezogenen Brut beeinträchtigen.

Ein regelmäßiger Blick auf den Polleneintrag am Flugloch und die Pollenvorräte im Volk kann deshalb wertvolle Hinweise geben.

Dabei ist zu beachten, dass sichtbarer Polleneintrag allein noch keine vollständige Bewertung erlaubt. Entscheidend sind auch Menge, Vielfalt und Verfügbarkeit der vorhandenen Pollenquellen.

Eine leistungsfähige Königin bleibt wichtig

Auch die Königin hat Einfluss darauf, wie sich das Volk in den kommenden Wochen entwickelt.

Eine leistungsfähige Königin sorgt für ein geschlossenes und ausreichend großes Brutnest. Eine nachlassende Königin, häufige Brutunterbrechungen oder eine stille Umweiselung können dagegen dazu führen, dass wichtige Brutgenerationen schwächer ausfallen.

Nicht jedes unregelmäßige Brutbild ist automatisch problematisch. Dennoch sollte bei auffälligen Veränderungen geprüft werden, ob die Ursache bei der Königin, bei Futtermangel, Krankheiten oder anderen Belastungen liegt.

Unnötiger Stress kostet zusätzliche Kraft

Jede Störung beansprucht das Volk.

Notwendige Arbeiten müssen selbstverständlich durchgeführt werden. Häufige oder unnötig lange Durchsichten sollten jedoch vermieden werden. Besonders bei Trachtmangel steigt zudem die Gefahr von Räuberei.

Auch Wassermangel, Futterknappheit, starke Hitze, ungeeignete Beutenstandorte oder wiederholte Störungen können die Völker zusätzlich belasten.

Die Arbeiten am Volk sollten deshalb möglichst ruhig, vorbereitet und zielgerichtet erfolgen.



Unsere Empfehlung von Bee Pilot

Die kommenden Wochen sollten genutzt werden, um möglichst gute Voraussetzungen für die späteren Winterbienen zu schaffen.

Achten Sie dabei besonders auf:

  • den Varroabefall,
  • den Erfolg der durchgeführten Behandlung,
  • mögliche Anzeichen einer Reinvasion,
  • ausreichende Futtervorräte,
  • den Polleneintrag,
  • die Volks- und Brutstärke,
  • die Leistung der Königin
  • sowie auffällige Veränderungen im Volk.

Wer jetzt sorgfältig arbeitet, investiert nicht nur in die Überwinterung. Er schafft gleichzeitig die Grundlage für einen gesunden und leistungsfähigen Start in das nächste Bienenjahr.

Starke Wintervölker entstehen nicht erst im Herbst. Sie werden durch gesunde Pflegebienen, einen niedrigen Varroadruck und die richtigen Entscheidungen im Juli und August vorbereitet.

Die Bee-Pilot-App kann dabei helfen, Kontrollen, Varroawerte, Futterstand und Volksentwicklung übersichtlich zu dokumentieren und Veränderungen frühzeitig zu erkennen.


Beobachtungen, Varroawerte und Futterstand direkt am Bienenstand dokumentieren

“`

Honigrähmchen nach der letzten Schleuderung richtig einlagern

Wabenlagerung

Honigrähmchen nach der letzten Schleuderung einlagern

So bringen wir unsere Waben sicher durch den Winter

Mit der letzten Honigernte endet zwar die Schleudersaison, die Arbeit ist damit aber noch nicht vorbei. Jetzt stellt sich eine Frage, die jeder Imker jedes Jahr aufs Neue beantworten muss:

Wie lagere ich meine Honigrähmchen über den Winter richtig ein?

Jede Imkerei ist anders und jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile. Entscheidend ist vor allem, dass die Waben bis zum Frühjahr trocken, sauber und frei von Wachsmotten bleiben.

Wir möchten Ihnen deshalb die gängigsten Möglichkeiten vorstellen und erklären, worauf wir bei Bee Pilot achten.

In 60 Sekunden

  • Honigfeuchte und ausgeschleckte Waben können sicher eingelagert werden
  • Trockenheit und Schutz vor Wachsmotten sind entscheidend
  • Einfrieren ist besonders zuverlässig
  • Eine kühle und luftige Lagerung eignet sich auch für größere Mengen
  • Alte, beschädigte oder befallene Waben sollten eingeschmolzen werden
Honigfeucht einlagern oder ausschlecken lassen?

Diese Frage wird unter Imkern seit Jahren diskutiert.

Aus unserer Sicht gibt es hier kein richtig oder falsch.

Honigfeucht einlagern

Viele Imker lagern ihre Honigrähmchen direkt nach dem Schleudern ein. Die kleinen Honigreste verbleiben dabei in den Zellen.

Auch wir sehen darin grundsätzlich kein Problem.

Vorteile:

  • Kein zusätzlicher Arbeitsgang
  • Keine Räubereigefahr durch das Ausschlecken
  • Schnell erledigt
  • Die Waben sind im Frühjahr für die Bienen meist sehr attraktiv

Nachteile:

  • Die Waben riechen stärker nach Honig
  • Sie müssen bienen-, wespen- und ameisendicht gelagert werden
  • Bei feuchter Lagerung besteht Schimmelgefahr
Ausschlecken lassen

Ebenso kann man die Honigräume den Bienenvölkern noch einmal aufsetzen und die verbliebenen Honigreste von den Bienen entfernen lassen.

Auch diese Methode funktioniert gut.

Vorteile:

  • Saubere Waben
  • Weniger klebrig
  • Geringere Anlockwirkung auf Bienen und Wespen

Nachteile:

  • Zusätzlicher Arbeitsaufwand
  • Bei falscher Durchführung kann Räuberei entstehen
  • Nicht in jeder Betriebsweise sinnvoll

Unsere Meinung: Wir halten keine der beiden Methoden für grundsätzlich besser. Beide funktionieren, wenn die Waben anschließend richtig gelagert werden.


Der eigentliche Schlüssel liegt in der Lagerung

Nicht die Frage, ob die Waben honigfeucht oder ausgeschleckt sind, entscheidet über den Erfolg.

Viel wichtiger ist, dass die Waben vor Wachsmotten, Mäusen und Feuchtigkeit geschützt werden.

Methode 1 : Kühl und luftig lagern

Diese Methode wird seit Jahrzehnten erfolgreich angewendet.

Dabei werden die Honigräume gestapelt und oben sowie unten mit einem feinmaschigen Gitter verschlossen. Durch die Luftzirkulation entsteht ein ungünstiges Klima für Wachsmotten.

Vorteile:

  • Einfach
  • Kostengünstig
  • Keine chemischen Mittel
  • Ideal für größere Wabenmengen

Nachteile:

  • Regelmäßige Kontrolle notwendig
  • Bei warmen Temperaturen steigt das Wachsmottenrisiko
  • Mäuse müssen zuverlässig ferngehalten werden
Methode 2 : Waben einfrieren

Aus unserer Sicht ist das eine der sichersten Methoden.

Die Waben werden für mindestens 24 bis 48 Stunden eingefroren. Dadurch werden vorhandene Eier und Larven der Wachsmotte zuverlässig abgetötet.

Anschließend sollten die Waben möglichst mottendicht gelagert werden.

Vorteile:

  • Sehr zuverlässig
  • Keine chemischen Rückstände
  • Auch für honigfeuchte Waben geeignet

Nachteile:

  • Ausreichend Gefrierkapazität notwendig
  • Bei vielen Völkern recht zeitaufwendig
Methode 3 : Luftdicht lagern

Viele Imker verwenden stabile Kunststoffsäcke, dicht schließende Boxen oder spezielle Wabenschränke.

Wichtig ist dabei, dass die Waben trocken eingelagert werden.

Vorteile:

  • Schützt vor neuem Wachsmottenbefall
  • Platzsparend
  • Sauber

Nachteile:

  • Vorhandene Wachsmotten werden dadurch nicht automatisch abgetötet
  • Feuchtigkeit kann eingeschlossen werden

Aus unserer Sicht funktioniert diese Methode besonders gut in Kombination mit dem vorherigen Einfrieren.

Methode 4 : Kühlraum

Wer einen Kühlraum besitzt, hat ideale Voraussetzungen.

Die niedrigen Temperaturen verhindern weitgehend die Entwicklung der Wachsmotte.

Vorteile:

  • Sehr sicher
  • Kaum Kontrollen notwendig
  • Ideal für größere Imkereien

Nachteile:

  • Kühlraum erforderlich
  • Laufende Stromkosten
Methode 5 : Essigsäure

Einige Imker behandeln ihre eingelagerten Waben mit Essigsäure.

Die Dämpfe können gegen verschiedene Entwicklungsstadien der Wachsmotte wirken.

Vorteile:

  • Seit vielen Jahren in der Imkerei bekannt
  • Kann den Wachsmottenbefall deutlich reduzieren

Nachteile:

  • Sorgfältige Anwendung erforderlich
  • Stark ätzend
  • Metallteile können korrodieren
  • Nicht gegen jedes Entwicklungsstadium gleich wirksam
Methode 6 : Ameisensäure

Auch Ameisensäure wird vereinzelt zur Behandlung eingelagerter Waben eingesetzt.

Vorteile:

  • Bekannte Säure aus der Imkerei
  • Kann gegen Wachsmotten wirken

Nachteile:

  • Stark ätzend
  • Sorgfältiger Umgang erforderlich
  • Materialschäden möglich
Methode 7 : Schwefeln

Früher gehörte das Schwefeln fast zum Standard.

Auch heute setzen einige Imker noch darauf.

Vorteile:

  • Wirksam gegen Wachsmotten
  • Auch größere Wabenmengen können behandelt werden

Nachteile:

  • Gesundheitsschädliche Dämpfe
  • Brandgefahr
  • Wiederholungsbehandlungen notwendig
Methode 8 : Bacillus thuringiensis

Hierbei handelt es sich um eine biologische Methode.

Die Waben werden mit einem entsprechenden Präparat behandelt. Die jungen Wachsmottenlarven sterben später beim Fraß an den behandelten Waben ab.

Vorteile:

  • Biologische Bekämpfung
  • Keine Säuredämpfe

Nachteile:

  • Jede Wabe muss behandelt werden
  • Relativ hoher Arbeitsaufwand
Alte Waben besser einschmelzen

Der Winter ist aus unserer Sicht auch der richtige Zeitpunkt, den Wabenbestand kritisch zu überprüfen.

Wir empfehlen, folgende Waben auszusortieren:

  • Sehr dunkle Brutwaben
  • Beschädigte Waben
  • Verschimmelte Waben
  • Waben mit Wachsmottenbefall
  • Stark pollenhaltige Altwaben

Ein sauberer Wachskreislauf ist langfristig oft wichtiger als jede einzelne erhaltene Wabe.

Schwarze Waben überwintern, Hier ist besondere Vorsicht geboten

Schwarze Brutwaben haben bei vielen Imkern einen schlechten Ruf. Dabei gilt: Dunkle oder sogar schwarze Waben sind nicht automatisch unhygienisch oder schlecht für das Bienenvolk. Im Gegenteil, sie werden von den Bienen häufig sehr gut angenommen und eignen sich insbesondere im Brutraum weiterhin gut.

Problematisch wird es allerdings bei der Einlagerung über den Winter.

Da schwarze Brutwaben viele Kokonreste und oft auch Pollenrückstände enthalten, sind sie für Wachsmotten deutlich attraktiver als helle Honigwaben. Das Risiko eines starken Befalls ist deshalb wesentlich höher.

Aus unserer Sicht bei Bee Pilot sollte man schwarze Waben daher nicht ungeschützt einlagern. Besonders bewährt hat sich eine möglichst sichere Lagerungsmethode, beispielsweise das Einfrieren der Waben für 24 bis 48 Stunden mit anschließender mottendichter Lagerung oder alternativ die dauerhafte Lagerung in einem ausreichend kühlen Kühlraum. Dadurch lässt sich das Risiko eines Wachsmottenbefalls deutlich reduzieren.

Unsere Empfehlung von Bee Pilot

Aus unserer Sicht gibt es nicht die eine perfekte Methode.

Für kleinere Imkereien würden wir das Einfrieren mit anschließender mottendichter Lagerung bevorzugen. Diese Methode ist sehr zuverlässig und kommt ohne chemische Mittel aus.

Bei größeren Imkereien hat sich häufig eine trockene, kühle und gut belüftete Lagerung bewährt. Entscheidend sind regelmäßige Kontrollen und ein trockener Lagerraum.

Ob die Waben vorher ausgeschleckt oder honigfeucht eingelagert werden, spielt aus unserer Sicht eine deutlich geringere Rolle als eine fachgerechte Lagerung über den gesamten Winter.

Wichtiger Hinweis

Bei einigen Verfahren, beispielsweise der Verwendung von Essigsäure, Ameisensäure, Schwefel oder biologischen Präparaten, gelten je nach Land unterschiedliche gesetzliche Vorschriften. Informieren Sie sich deshalb vor der Anwendung immer über die in Ihrem Land gültigen Bestimmungen und verwenden Sie ausschließlich dafür zugelassene Produkte entsprechend den Herstellerangaben.


Fazit

Die Einlagerung der Honigrähmchen entscheidet oft darüber, wie gut das Wabenmaterial im nächsten Frühjahr noch nutzbar ist.

Wer seine Waben trocken lagert, regelmäßig kontrolliert und zuverlässig vor Wachsmotten, Mäusen und Feuchtigkeit schützt, wird im Frühjahr mit sauberen und sofort einsatzbereiten Honigrähmchen belohnt.

Wie so oft in der Imkerei führen mehrere Wege zum Ziel. Wichtig ist nicht, welche Methode man wählt, sondern dass sie konsequent und sorgfältig umgesetzt wird.


Beobachtungen und Arbeiten am Bienenstand einfach dokumentieren

Imkern heißt Entscheidungen treffen – und am Ende machen die Bienen doch, was sie wollen

Gedanken aus der Imkerei

Imkern heißt Entscheidungen treffen

Und am Ende machen die Bienen doch, was sie wollen

Wer glaubt, Imkern bestehe nur aus Honig ernten und ab und zu in die Beuten zu schauen, hat wahrscheinlich noch nie ein Bienenvolk geführt.

Ein großer Teil der Imkerei besteht nämlich aus einer einzigen Sache: Entscheidungen treffen.

Fast jeder Standbesuch beginnt mit einem Plan. Doch genauso oft endet er völlig anders als gedacht. Und genau das gehört zum Imkern dazu.

Imkern in 60 Sekunden

  • Jede Durchsicht kann neue Entscheidungen erfordern.
  • Wetter, Tracht und Volksentwicklung ändern die Ausgangslage ständig.
  • Auch erfahrene Imker müssen ihre Pläne regelmäßig anpassen.
  • Misserfolge und Fehlentscheidungen gehören zum Lernen dazu.
  • Nichts ersetzt die Erfahrung und Beobachtung des Imkers.
Jede Durchsicht bringt neue Entscheidungen

Man öffnet ein Volk und schon beginnt das Gedankenkarussell.

  • Soll ich heute erweitern oder lieber noch eine Woche warten?
  • Reicht das Futter noch aus?
  • Ist das Volk wirklich in Schwarmstimmung oder bilde ich lieber einen Ableger?
  • Soll ich jetzt schon auffüttern oder kommt vielleicht doch noch eine Tracht?
  • Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für die Honigernte?
  • Setze ich noch einen Honigraum auf oder ist die Tracht bereits vorbei?
  • Ersetze ich die Königin oder gebe ich ihr noch eine Chance?
  • Behandle ich jetzt gegen Varroa oder kontrolliere ich erst noch einmal?
  • Ist diese Weiselzelle ein Problem oder genau das, was das Volk gerade braucht?

Auf viele dieser Fragen gibt es keine allgemeingültige Antwort. Was heute richtig ist, kann morgen schon die falsche Entscheidung sein. Wetter, Tracht, Volksentwicklung und viele andere Faktoren verändern die Ausgangslage ständig.

Das Wetter und die Natur entscheiden mit

Kaum hat man sich für einen Weg entschieden, macht einem die Natur manchmal einen Strich durch die Rechnung.

Man erweitert, und dann folgen zehn Tage Regen.

Man wartet mit der Honigernte, und plötzlich beginnt eine starke Honigtautracht.

Man plant die Königinnenzucht, und genau an diesem Tag wird es kalt und regnerisch.

Man möchte Ableger bilden, und plötzlich setzt doch noch eine starke Tracht ein.

Die Natur hält sich eben nicht an unseren Kalender.

Man nimmt sich etwas vor, und am Ende kommt alles anders

Fast jeder Imker kennt diese Situation.

Man fährt mit einem klaren Plan zum Bienenstand und denkt sich:

„Heute kontrolliere ich nur kurz die Völker.“

Doch schon beim ersten Volk merkt man, dass die Bienen andere Pläne haben.

Plötzlich entdeckt man Weiselzellen.

Ein Volk braucht dringend mehr Platz.

Ein anderes hat zu wenig Futter.

Beim nächsten fehlt die Königin.

Aus einer kurzen Kontrolle werden plötzlich mehrere Stunden.

Und ehe man sich versieht, hangelt man sich von einer Umentscheidung zur nächsten. Jede Beobachtung führt zu einer neuen Überlegung, jede Maßnahme verändert die Situation wieder.

Keine Sorge, genau das ist in der Imkerei völlig normal.

Die Bienen haben ihren eigenen Kopf

Je länger man imkert, desto mehr merkt man, dass man zwar vieles planen kann, die Bienen aber oft ihre ganz eigenen Vorstellungen haben.

Man bereitet alles sorgfältig vor, beobachtet das Wetter und schmiedet einen Plan. Doch die Bienen lesen keine Lehrbücher und halten sich auch nicht an unsere To-do-Liste.

Die Bienen haben fast immer etwas anderes vor als der Imker.

Genau deshalb braucht es Flexibilität. Gute Imker zeichnen sich nicht dadurch aus, dass immer alles nach Plan läuft, sondern dass sie Situationen richtig einschätzen und ihre Entscheidungen immer wieder anpassen.

Auch Misserfolge gehören dazu

Natürlich läuft nicht immer alles perfekt.

  • Ein Volk schwärmt trotz aller Kontrollen.
  • Eine Königin wird nicht angenommen.
  • Die Honigernte fällt schlechter aus als erhofft.
  • Eine Nachschaffung gelingt nicht.
  • Eine Entscheidung stellt sich im Nachhinein als nicht optimal heraus.

Das gehört zur Imkerei dazu.

Jeder erfahrene Imker hat solche Situationen erlebt. Entscheidend ist nicht, dass immer alles gelingt, sondern wie man damit umgeht.

Aus Fehlern lernt man häufig mehr als aus den Dingen, die sofort funktionieren.

Genau deshalb wird Imkern nie langweilig

Aus unserer Sicht macht genau das den besonderen Reiz der Imkerei aus.

Kein Volk ist wie das andere.

Kein Jahr verläuft gleich.

Man nimmt sich etwas vor, und am Ende kommt alles anders. Statt den ursprünglichen Plan abzuarbeiten, hangelt man sich oft von einer Umentscheidung zur nächsten. Und genau das ist völlig normal.

Die Bienen haben eben fast immer etwas anderes vor als der Imker.

Genau diese Mischung aus Erfahrung, Beobachtung, Improvisation, Erfolgen und kleinen Rückschlägen macht die Imkerei so faszinierend. Sie fordert uns immer wieder heraus, lässt uns ständig dazulernen und sorgt dafür, dass dieses Hobby auch nach vielen Jahren nichts von seiner Faszination verliert.


Entscheidungen besser einordnen, mit Bee Pilot

Aus genau diesem Gedanken heraus haben wir Bee Pilot entwickelt. Die App soll Imker bei ihren täglichen Entscheidungen unterstützen, nicht indem sie Entscheidungen abnimmt, sondern indem sie Informationen zusammenführt, Entwicklungen sichtbar macht und Zusammenhänge erkennt, die man im Alltag leicht übersehen kann.

Frühere Durchsichten, Wetterdaten, Gewichtsverläufe, Varroadaten, Trachtinformationen und viele weitere Daten helfen dabei, Entscheidungen besser einzuordnen.

Zusätzlich stehen verschiedene KI-Funktionen zur Verfügung, die um Rat gefragt werden können. Sie liefern Prognosen zur Entwicklung eines Volkes, helfen bei der Einordnung von Beobachtungen und zeigen mögliche Handlungsoptionen auf. Gerade bei komplexen Situationen können sie eine wertvolle Unterstützung sein.

Am Ende entscheidet jedoch immer der Imker. Nichts kann Erfahrung, Beobachtungsgabe und das Gespür am geöffneten Bienenvolk ersetzen. Wir wollen lediglich dabei helfen, bessere Entscheidungen zu treffen.

Und wenn einmal etwas nicht so läuft wie geplant, dann gilt:

Kragen richten, daraus lernen und weitermachen. Denn genau das gehört zum Imkern dazu.


Bee Pilot jetzt kostenlos testen

Brutscheunen nach der Totalen Brutentnahme (TBE)

Totale Brutentnahme

Brutscheunen nach der Totalen Brutentnahme (TBE) , Welche Möglichkeiten gibt es?

Möglichkeiten, Aufbau, Varroafenster und Weiterführung als Jungvolk

In 60 Sekunden

  • Eine Brutscheune kann als Jungvolk, Reservevolk oder Kunstschwarm weitergeführt werden.
  • Nach dem Auslaufen der Brut entsteht ein wertvolles brutfreies Varroafenster.
  • Standort, Bienenmasse, Futterversorgung und Königinnenmanagement entscheiden über den Erfolg.
  • Alternativ können die Brutwaben eingeschmolzen oder die Bienen später zum Verstärken genutzt werden.

Die Totale Brutentnahme, kurz TBE, ist eine wirksame biotechnische Maßnahme zur Reduzierung der Varroabelastung. Dabei werden dem Wirtschaftsvolk sämtliche Brutwaben entnommen. Ein großer Teil der Varroamilben befindet sich zu diesem Zeitpunkt in der verdeckelten Brut und wird zusammen mit den Brutwaben aus dem Wirtschaftsvolk entfernt.

Die entnommenen Brutwaben können eingeschmolzen oder in einer sogenannten Brutscheune beziehungsweise einem Sammelbrutableger zusammengeführt werden.

Aus unserer Sicht bei Bee Pilot ist die Brutscheune jedoch weit mehr als nur ein Sammelplatz für entnommene Brutwaben. Richtig aufgebaut und konsequent geführt, kann daraus ein starkes Jungvolk mit einer jungen Königin entstehen.

Gleichzeitig entsteht nach dem vollständigen Auslaufen der Brut ein kurzes, besonders wertvolles Zeitfenster ohne verdeckelte Brut. Dieses Zeitfenster kann gezielt zur Varroareduzierung genutzt werden, da Oxalsäure nur die Milben auf den erwachsenen Bienen erreicht, nicht jedoch die Milben in verdeckelten Brutzellen.

Für die weitere Nutzung einer Brutscheune gibt es verschiedene Möglichkeiten.

1. Die Brutscheune eine eigene Königin nachschaffen lassen

Für uns bei Bee Pilot ist dies in vielen Fällen die sinnvollste und nachhaltigste Form der Weiterführung.

Die Brutscheune bleibt nach ihrer Bildung zunächst ohne Königin. Befinden sich auf den eingebrachten Brutwaben noch Eier oder ausreichend junge, zur Nachschaffung geeignete Larven, können die Bienen daraus Nachschaffungszellen anlegen und eine neue Königin aufziehen.

Nach dem Schlupf muss die junge Königin ihren Begattungsflug erfolgreich absolvieren. Anschließend beginnt sie mit der Eiablage und aus der bisherigen Brutscheune entwickelt sich ein eigenständiges Jungvolk.

Voraussetzungen

Damit diese Methode zuverlässig funktionieren kann, sollten mehrere Bedingungen erfüllt sein:

  • Auf mindestens einer Wabe müssen geeignete junge Larven oder Eier vorhanden sein.
  • Es müssen genügend Bienen auf den Brutwaben verbleiben.
  • Die Brutscheune muss ausreichend stark sein, um die große Brutmenge zu pflegen.
  • Die Futterversorgung muss jederzeit gesichert sein.
  • In der Umgebung müssen noch ausreichend geschlechtsreife Drohnen vorhanden sein.
  • Für die Begattung sollte noch genügend Zeit vor dem Herbst verbleiben.
Vorteile
  • Es entsteht ohne Zukauf einer Königin ein neues Volk.
  • Die entnommenen Brutwaben und die daraus schlüpfenden Bienen werden vollständig genutzt.
  • Die Brutscheune erhält eine junge Königin.
  • Die natürliche Brutpause kann zur gezielten Varroareduzierung genutzt werden.
  • Das neue Volk kann später als Wirtschaftsvolk, Reservevolk oder zur Verstärkung anderer Einheiten dienen.
  • Es entstehen keine unmittelbaren Kosten für eine begattete Königin.
Nachteile
  • Die Qualität der nachgeschafften Königin kann nicht sicher vorhergesagt werden.
  • Die Genetik stammt aus dem Volk, auf dessen Wabe die Königin nachgeschafft wurde.
  • Die Nachschaffung kann misslingen.
  • Die junge Königin kann beim Begattungsflug verloren gehen.
  • Schlechtes Wetter oder ein Mangel an Drohnen können den Begattungserfolg beeinträchtigen.
  • Bis zur erneuten Eiablage vergeht vergleichsweise viel Zeit.
  • Bei einem späten TBE-Termin kann die verbleibende Entwicklungszeit für das neue Volk knapp werden.
Wichtig: Nicht zu früh kontrollieren

Eine junge Königin benötigt Zeit zum Schlupf, zur Geschlechtsreife, für ihre Begattungsflüge und bis zum Beginn der Eiablage. Zu häufige oder zu frühe Eingriffe können Unruhe verursachen und erhöhen das Risiko, die junge Königin zu beschädigen oder ihren Begattungsverlauf zu stören.

Nach einem angemessenen Zeitraum sollte kontrolliert werden, ob Stifte und junge Brut vorhanden sind. Bleibt die Brutscheune weisellos, muss rechtzeitig entschieden werden, ob eine Königin zugesetzt, eine Weiselprobe durchgeführt oder die Einheit aufgelöst wird.

2. Eine schlupfreife Weiselzelle zusetzen

Statt die Bienen aus frei gewählten Larven nachschaffen zu lassen, kann eine schlupfreife Weiselzelle aus einer ausgewählten Zuchtlinie zugesetzt werden.

Vor dem Zusetzen müssen vorhandene Nachschaffungszellen sorgfältig entfernt werden. Andernfalls können die Bienen ihre eigenen Zellen bevorzugen oder es können mehrere Königinnen schlüpfen.

Vorteile
  • Die mütterliche Abstammung der neuen Königin ist bekannt.
  • Die gewünschte Genetik kann gezielter ausgewählt werden.
  • Eine schlupfreife Weiselzelle ist meist günstiger als eine begattete Königin.
  • Der zeitliche Vorsprung gegenüber einer frisch angelegten Nachschaffungszelle kann mehrere Tage betragen.
  • Die natürliche Brutpause bleibt weitgehend erhalten.
Nachteile
  • Die Königin muss sich weiterhin erfolgreich begatten.
  • Das Begattungsrisiko bleibt bestehen.
  • Die väterliche Abstammung ist bei einer freien Begattung nicht kontrollierbar.
  • Die Weiselzelle kann beim Transport oder Einsetzen beschädigt werden.
  • Bereits vorhandene Nachschaffungszellen müssen zuverlässig gefunden und entfernt werden.

Diese Variante eignet sich besonders für Imker, die gezielt von ausgewählten Völkern nachziehen möchten, aber keine begattete Königin einsetzen wollen.

3. Eine unbegattete Königin zusetzen

Auch eine bereits geschlüpfte, aber noch unbegattete Königin kann zugesetzt werden. In der Praxis ist diese Möglichkeit allerdings anspruchsvoller als das Zusetzen einer schlupfreifen Weiselzelle oder einer begatteten Königin.

Vorteile
  • Die mütterliche Abstammung ist bekannt.
  • Die Königin muss nicht mehr in der Brutscheune schlüpfen.
  • Die Methode kann einen kleinen zeitlichen Vorsprung bringen.
  • Unbegattete Königinnen sind günstiger als begattete Königinnen.
Nachteile
  • Die Annahme einer unbegatteten Königin kann unsicher sein.
  • Sie muss noch Begattungsflüge durchführen.
  • Das Verlustrisiko bei der Begattung bleibt bestehen.
  • Die Brutscheune darf keine eigene Königin und möglichst keine konkurrierenden Nachschaffungszellen besitzen.
  • Das richtige Timing beim Zusetzen ist entscheidend.

Diese Methode ist eher für erfahrene Imker geeignet, die den Zustand der Brutscheune sicher beurteilen können.

4. Eine begattete Königin zusetzen

Soll sich die Brutscheune möglichst schnell und planbar zu einem neuen Volk entwickeln, kann eine begattete Königin zugesetzt werden.

Vorher muss zweifelsfrei geklärt sein, dass sich keine Königin in der Brutscheune befindet. Sämtliche Nachschaffungszellen müssen entfernt werden. Die neue Königin wird üblicherweise geschützt im Zusetzkäfig eingeweiselt.

Vorteile
  • Der Brutbeginn erfolgt deutlich schneller.
  • Das Begattungsrisiko entfällt.
  • Die Genetik kann gezielt ausgewählt werden.
  • Die Entwicklung des neuen Volkes ist besser planbar.
  • Diese Möglichkeit eignet sich besonders bei einem späten TBE-Termin.
  • Eine wertvolle Zuchtkönigin kann gezielt eingeweiselt werden.
Nachteile
  • Eine begattete Königin verursacht zusätzliche Kosten.
  • Die Annahme ist nicht garantiert.
  • Bei vorhandenen Nachschaffungszellen oder einer übersehenen Königin besteht ein hohes Verlustrisiko.
  • Durch den schnellen Beginn der Eiablage wird das Zeitfenster vollständiger Brutfreiheit kürzer.
  • Varroabehandlung und Einweiselung müssen zeitlich sorgfältig aufeinander abgestimmt werden.

Wer eine begattete Königin zusetzen möchte, sollte deshalb die Reihenfolge von Brutfreiheit, Varroabehandlung und Einweiselung vorab genau planen.

5. Die Brutscheune in mehrere Jungvölker aufteilen

Eine ausreichend starke Brutscheune kann nach dem Schlupf eines großen Teils der Brut in mehrere Einheiten aufgeteilt werden.

Jede Einheit benötigt anschließend entweder:

  • eine eigene Nachschaffungsmöglichkeit,
  • eine schlupfreife Weiselzelle,
  • eine unbegattete Königin oder
  • eine begattete Königin.
Vorteile
  • Aus einer großen Brutscheune können mehrere Jungvölker entstehen.
  • Die Vermehrungsquote der Imkerei steigt.
  • Unterschiedliche Königinnen oder Zuchtlinien können eingesetzt werden.
  • Reservevölker können für spätere Ausfälle aufgebaut werden.
  • Überschüssige Bienenmasse wird sinnvoll genutzt.
Nachteile
  • Der Materialbedarf steigt erheblich.
  • Jede Einheit benötigt ausreichend Bienen, Futter und eine sichere Königinnenversorgung.
  • Zu kleine Einheiten entwickeln sich möglicherweise nicht stark genug für den Winter.
  • Die Varroabelastung muss in jeder Einheit kontrolliert werden.
  • Der Arbeits- und Kontrollaufwand steigt deutlich.
  • Bei später Bildung kann die Zeit zur Einwinterung zu knapp werden.

Eine Aufteilung ist daher nur sinnvoll, wenn die Brutscheune tatsächlich genügend Bienenmasse hervorbringt und noch ausreichend Entwicklungszeit vorhanden ist.

6. Die Brutscheune als Reservevolk führen

Nicht jede Brutscheune muss später zu einem regulären Wirtschaftsvolk werden. Sie kann auch gezielt als Reserveeinheit geführt werden.

Ein solches Reservevolk kann später genutzt werden, um:

  • ein weiselloses Volk zu retten,
  • eine ausgefallene Königin zu ersetzen,
  • ein schwaches Volk zu verstärken,
  • zwei schwächere Einheiten zu vereinigen,
  • eine junge Königin für die Umweiselung bereitzuhalten oder
  • Völkerverluste auszugleichen.
Vorteile
  • Die Imkerei gewinnt zusätzliche betriebliche Sicherheit.
  • Königinnenprobleme können kurzfristig gelöst werden.
  • Schwache Völker können vor der Einwinterung verstärkt werden.
  • Eine junge Königin steht als Reserve zur Verfügung.
Nachteile
  • Auch ein Reservevolk benötigt Beute, Futter, Betreuung und Varroakontrolle.
  • Es bindet Material und einen Standplatz.
  • Wird es nicht benötigt, muss später erneut über seine Verwendung entschieden werden.

Gerade in größeren Imkereien kann ein gut entwickeltes Reservevolk deutlich wertvoller sein als der unmittelbare Verkauf oder das vorschnelle Auflösen der Einheit.

7. Die Brutscheune nach dem Auslaufen der Brut auflösen

Wer keine zusätzlichen Völker benötigt, kann die Brutscheune nach dem Auslaufen der Brut wieder auflösen.

Die geschlüpften Bienen können zur Verstärkung von Jungvölkern, Ablegern oder schwächeren Wirtschaftsvölkern verwendet werden. Vor einer Vereinigung muss geklärt sein, ob eine Königin vorhanden ist und welche Königin erhalten bleiben soll.

Mögliche Verwendungen der Bienen
  • Verstärkung eines schwachen Jungvolkes
  • Verstärkung eines Ablegers
  • Vereinigung mit einem Reservevolk
  • Bildung eines Kunstschwarms
  • Unterstützung eines spät gebildeten Volkes
  • Vereinigung mit einem Wirtschaftsvolk nach Ende der Honigernte
Vorteile
  • Es entsteht kein zusätzliches Volk, das dauerhaft geführt werden muss.
  • Die geschlüpften Bienen werden trotzdem genutzt.
  • Schwache Einheiten können gezielt verstärkt werden.
  • Beutenmaterial wird nach vergleichsweise kurzer Zeit wieder frei.
  • Die alten Brutwaben können anschließend ausgeschmolzen werden.
Nachteile
  • Das Potenzial für ein neues Volk bleibt ungenutzt.
  • Das Auflösen und Verteilen verursacht zusätzlichen Arbeitsaufwand.
  • Bei unkontrollierter Vereinigung können Königinnenverluste entstehen.
  • Varroamilben können mit den Bienen in andere Völker eingetragen werden.
  • Vor dem Verteilen muss deshalb die Varroasituation geklärt und gegebenenfalls behandelt werden.

8. Aus den Bienen einen Kunstschwarm bilden

Nach dem Auslaufen der Brut können die Bienen von den alten Brutwaben getrennt und als Kunstschwarm auf neuen Wabenbau gesetzt werden.

Dem Kunstschwarm wird eine Königin zugesetzt. Anschließend wird er gefüttert und baut einen vollständig neuen Wabenbestand auf.

Vorteile
  • Vollständige Wabenerneuerung
  • Sauberer Neustart auf neuen Mittelwänden oder Anfangsstreifen
  • Gute Möglichkeit zur Einweiselung einer ausgewählten Königin
  • Brutfreie Bienen können vor dem Neubeginn gezielt entmilbt werden
  • Alte, dunkle oder belastete Brutwaben können eingeschmolzen werden
Nachteile
  • Hoher Arbeits- und Materialaufwand
  • Zusätzliche Königin erforderlich
  • Ausreichende Fütterung notwendig
  • Der Kunstschwarm muss noch genügend Zeit zum Wabenbau und zur Volksentwicklung haben
  • Bei zu später Bildung kann die Einwinterungsstärke problematisch werden

Diese Variante verbindet die Nutzung der geschlüpften Bienen mit einer vollständigen Bauerneuerung.

9. Die Brutwaben direkt einschmelzen

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, auf die Bildung einer Brutscheune vollständig zu verzichten und die entnommenen Brutwaben direkt zu vernichten beziehungsweise einzuschmelzen.

Diese Vorgehensweise reduziert die Gefahr, dass die in der entnommenen Brut befindlichen Milben später wieder in lebende Völker gelangen.

Vorteile
  • Sehr klare Unterbrechung der Varroavermehrung
  • Keine weitere Betreuung der Brutwaben erforderlich
  • Kein Risiko einer späteren Reinvasion aus der Brutscheune
  • Konsequente Entfernung alter oder dunkler Waben
  • Geringeres Risiko der Weiterverbreitung von Brutkrankheiten
  • Keine zusätzliche Königin erforderlich
Nachteile
  • Die gesamte Brut geht verloren.
  • Es entsteht kein zusätzliches Volk.
  • Die potenziell schlüpfende Bienenmasse wird nicht genutzt.
  • Das Einschmelzen großer Mengen Brutwaben ist arbeitsintensiv.
  • Der Verlust an Brut und Wachs kann wirtschaftlich erheblich sein.

Diese Variante kann besonders bei krankheitsverdächtigen, stark verschmutzten oder sehr alten Brutwaben sinnvoll sein. Bei Verdacht auf eine anzeigepflichtige Bienenseuche müssen jedoch die zuständigen Behörden beziehungsweise die Bienensachverständigen einbezogen werden.

# Die Brutscheune richtig aufbauen

Unabhängig von der später gewählten Nutzung entscheidet bereits der Aufbau über den Erfolg.

Ausreichend Bienen auf den Waben belassen

Die entnommenen Brutwaben dürfen nicht vollkommen bienenfrei in die Brutscheune gehängt werden. Es müssen ausreichend Pflegebienen vorhanden sein, um offene Brut zu versorgen und die Temperatur der Brutflächen zu halten.

Wie viele Bienen tatsächlich benötigt werden, hängt von der Menge und dem Zustand der Brut, der Witterung sowie der Größe der Brutscheune ab. Große Mengen offener Brut benötigen besonders viele Pflegebienen.

Nur gesunde Brutwaben verwenden

Brutwaben mit auffälliger, lückenhafter, eingesunkener oder übel riechender Brut gehören nicht ungeprüft in eine gemeinsame Brutscheune.

Durch das Zusammenführen von Brutwaben verschiedener Völker können auch Krankheitserreger zwischen den Völkern zusammengebracht werden. Verdächtige Brutbilder müssen deshalb vorab abgeklärt werden.

Die Brutscheune nicht zu groß bilden

Eine einzige extrem große Brutscheune ist nicht automatisch besser. Entscheidend ist, dass die Bienen sämtliche Brutwaben vollständig besetzen, wärmen und versorgen können.

Bei sehr großen Mengen kann es sinnvoller sein, mehrere Brutscheunen zu bilden. Zu schwache Einheiten sind ebenfalls problematisch, weil sie die Brut nicht ausreichend pflegen und später möglicherweise kein überwinterungsfähiges Volk bilden können.

Flugloch anpassen

Das Flugloch sollte zunächst der Volksstärke angepasst und eher klein gehalten werden. Brutscheunen enthalten viele Brutwaben und Futter, besitzen anfangs aber möglicherweise nur wenige orientierte Flugbienen. Dadurch können sie besonders in trachtarmer Zeit räubereigefährdet sein.

Bei bestimmten Behandlungsverfahren können jedoch andere Anforderungen an die Fluglochöffnung gelten. Maßgeblich sind deshalb immer die Vorgaben des verwendeten Tierarzneimittels und des jeweiligen Behandlungssystems.

# Warum die Brutscheune an einen anderen Stand gehört

Aus unserer Sicht bei Bee Pilot sollte eine Brutscheune möglichst an einen anderen Bienenstand gebracht werden ,idealerweise außerhalb des bisherigen Flugkreises.

Dafür gibt es mehrere wichtige Gründe.

Weniger Rückflug zum Muttervolk

Bleibt die Brutscheune am bisherigen Stand, fliegen viele ältere Bienen an den Standort ihres ursprünglichen Volkes zurück.

Dadurch verliert die Brutscheune einen erheblichen Teil ihrer Bienenmasse. Besonders kritisch ist das, wenn große offene Brutflächen gepflegt oder hochwertige Königinnenzellen versorgt werden müssen.

Die jungen Stock- und Pflegebienen orientieren sich zwar erst später ein, dennoch sollte die Brutscheune von Beginn an über eine ausreichende Bienenmasse verfügen.

Bessere Pflege der Brut und der Königinnenzellen

Je mehr geeignete Pflegebienen in der Brutscheune verbleiben, desto zuverlässiger können die Brutflächen versorgt und Königinnenzellen gepflegt werden.

Gerade bei der Nachschaffung ist nicht nur entscheidend, dass eine Königin entsteht. Entscheidend ist auch, dass die ausgewählte Larve von Anfang an gut versorgt wird.

Geringeres Risiko der Varroareinvasion

In der Brutscheune befindet sich zunächst ein erheblicher Anteil der aus den Wirtschaftsvölkern entnommenen Varroamilben. Beim Schlupf der Bienen verlassen auch die Milben die Brutzellen und sitzen anschließend auf den erwachsenen Bienen.

Verfliegen sich solche Bienen in bereits behandelte Wirtschaftsvölker oder kehren dorthin zurück, können sie Milben erneut eintragen. Ein räumlich getrennter Stand kann dieses Risiko verringern, auch wenn eine Reinvasion dadurch nicht vollständig ausgeschlossen wird.

Weniger Verflug zwischen mehreren Einheiten

Werden mehrere Brutscheunen an einem Stand aufgestellt, sollten die Beuten möglichst deutlich unterscheidbar und nicht eng in einer geraden Reihe angeordnet werden. Unterschiedliche Ausrichtung, Abstände und optische Merkmale können den Verflug reduzieren.

# Futterversorgung: Einer der wichtigsten Punkte

Eine Brutscheune kann trotz großer Bienen- und Brutmasse nur geringe Futtervorräte besitzen. Gleichzeitig müssen bis zum vollständigen Auslaufen der Brut große Mengen Larven versorgt werden.

Besonders in trachtarmer Zeit kann der Futterverbrauch erheblich sein.

Deshalb sollten die Vorräte von Beginn an kontrolliert werden. Die Brutscheune darf zu keinem Zeitpunkt in Futternot geraten.

Was bei der Fütterung zu beachten ist

  • Futtervorräte bereits beim Aufbau prüfen.
  • Möglichst vorhandene, gesunde Futterwaben mitgeben.
  • Bei Bedarf frühzeitig und angepasst füttern.
  • Keine großen Futtermengen offen verschütten.
  • Flugloch klein und verteidigungsfähig halten.
  • Verschüttetes Futter sofort entfernen.
  • Räubereistimmung am Stand beobachten.
  • Genügend freie Zellen für eine später legende Königin erhalten.

Eine übermäßige Fütterung kann allerdings ebenfalls nachteilig sein. Werden alle frei werdenden Zellen mit Futter belegt, fehlt der jungen oder zugesetzten Königin später Platz zur Eiablage.

# Pollen- und Eiweißversorgung

Neben Kohlenhydraten benötigen die Pflegebienen ausreichend Pollen beziehungsweise Eiweiß, um offene Brut und Königinnenlarven versorgen zu können.

In pollenarmen Regionen oder längeren Trachtlücken sollte deshalb nicht nur der Futtervorrat, sondern auch die Pollenversorgung beurteilt werden.

Eine Brutscheune mit großen offenen Brutflächen, aber ohne ausreichende Pollenreserven kann die Brut nicht optimal pflegen. Ob eine zusätzliche Eiweißfütterung sinnvoll ist, muss von der regionalen Versorgungslage, der Volksstärke und dem gesundheitlichen Zustand der Völker abhängig gemacht werden.

# Das entscheidende Varroafenster nach dem Auslaufen der Brut

Der größte Teil der Varroamilben befindet sich während der Brutphase in verdeckelten Brutzellen. Nach dem Auslaufen sämtlicher Arbeiterinnen- und Drohnenbrut sitzen die Milben vorübergehend auf den erwachsenen Bienen.

Genau dann besteht ein besonders günstiges Behandlungsfenster.

Oxalsäure wirkt nicht zuverlässig in verdeckelte Brut hinein. Sie sollte deshalb gezielt in einer tatsächlich brutfreien Phase eingesetzt werden.

Wann ist die Brutscheune wirklich brutfrei?

Arbeiterinnenbrut benötigt vom Ei bis zum Schlupf ungefähr 21 Tage. Drohnenbrut benötigt länger. Befindet sich bei der Bildung der Brutscheune verdeckelte Drohnenbrut auf den Waben, kann diese deshalb noch nach dem Schlupf der letzten Arbeiterinnenbrut vorhanden sein.

Eine Behandlung sollte daher nicht nur nach dem Kalender erfolgen. Entscheidend ist die tatsächliche Kontrolle der Waben.

Brutfrei bedeutet:

  • keine verdeckelte Arbeiterinnenbrut,
  • keine verdeckelte Drohnenbrut und
  • noch keine erneut verdeckelte Brut der jungen oder zugesetzten Königin.

So arbeiten wir bei Bee Pilot

Bei Bee Pilot lassen wir die Brutscheune in der Regel selbst eine Königin nachschaffen und führen sie anschließend als eigenständiges Volk weiter.

Wenn möglich, bringen wir die Brutscheune an einen anderen Standplatz. Dadurch bleiben mehr Pflegebienen in der Einheit und das Risiko eines Rückfluges sowie eines Milbeneintrags in die bereits sanierten Wirtschaftsvölker wird reduziert.

Nach dem vollständigen Auslaufen der alten Brut nutzen wir das brutfreie Zeitfenster konsequent zur Varroareduzierung.

In unserer betrieblichen Praxis behandeln wir die brutfreie Brutscheune zweimal im Abstand von drei Tagen mit Oxalsäure, bevor die erste Brut der jungen Königin verdeckelt wird. Mit diesem Vorgehen haben wir über viele Jahre gute Erfahrungen gemacht.

Dabei ist jedoch wichtig: Oxalsäurepräparate dürfen ausschließlich entsprechend ihrer aktuellen Zulassung, der Packungsbeilage und der jeweils zugelassenen Applikationsform angewendet werden. Nicht jede Anwendungsform darf beliebig wiederholt werden. Insbesondere eine Träufelbehandlung ist nicht automatisch für eine mehrmalige Anwendung geeignet. Die konkrete Anwendung muss deshalb immer anhand des eingesetzten Tierarzneimittels geprüft werden.

# Erfolgskontrolle nach der Behandlung

Die Behandlung sollte nicht als automatisch erfolgreich betrachtet werden. Nach der Maßnahme ist eine Befallskontrolle sinnvoll.

Mögliche Kontrollmethoden sind:

  • Kontrolle des natürlichen Milbenfalls über die Bodeneinlage
  • Auswaschprobe
  • Puderzuckermethode
  • Kontrolle auf Bienen mit sichtbaren Varroamilben
  • Beobachtung auf verkrüppelte Flügel oder andere Virussymptome

Bei auffällig hoher Restbelastung muss das weitere Vorgehen anhand des zugelassenen Behandlungskonzeptes und des Entwicklungszustandes des Volkes festgelegt werden.

# Typische Fehler bei Brutscheunen

Zu wenige Bienen auf den Brutwaben

Werden die Brutwaben nahezu bienenfrei entnommen, können große Brutflächen auskühlen oder unzureichend versorgt werden.

Brutscheune am alten Standort belassen

Ein erheblicher Teil der Flugbienen kann in die Muttervölker zurückkehren. Die Brutscheune verliert dadurch an Stärke.

Futterversorgung unterschätzen

Große Brutflächen verbrauchen viel Futter. Futtermangel kann innerhalb kurzer Zeit zu Brutverlusten und einer schlechten Volksentwicklung führen.

Räubereigefahr ignorieren

Schwache Fluglochverteidigung, offene Fütterung oder verschüttetes Futter können Räuberei auslösen.

Nachschaffungsmöglichkeit nicht kontrollieren

Sind keine jungen Larven vorhanden, kann die Brutscheune keine eigene Königin nachziehen.

Zu früh von Weiselrichtigkeit ausgehen

Eine geschlüpfte Königin ist noch keine begattete und legende Königin. Erst Stifte beziehungsweise junge Arbeiterinnenbrut bestätigen den erfolgreichen Aufbau.

Brutfreiheit nur berechnen, aber nicht kontrollieren

Drohnenbrut kann länger verdeckelt bleiben. Außerdem kann eine junge oder zugesetzte Königin bereits neue Brut angelegt haben.

Varroabehandlung zu spät durchführen

Ist die erste neue Brut bereits verdeckelt, können sich Milben erneut in den Zellen befinden und werden von Oxalsäure nicht ausreichend erreicht.

Einheit zu spät im Jahr bilden

Je später die Brutscheune gebildet wird, desto weniger Zeit bleibt für Begattung, Brutaufbau, Fütterung und Einwinterung.

Zu viele kleine Einheiten bilden

Mehrere schwache Einheiten sind nicht automatisch wertvoller als ein starkes, überwinterungsfähiges Jungvolk.

# Entscheidungshilfe: Welche Variante passt zu welchem Ziel?

Ziel: Ein zusätzliches Volk ohne Königinnenkauf

Die Brutscheune selbst nachschaffen lassen.

Geeignet, wenn:

  • genügend Zeit vorhanden ist,
  • geeignete junge Brut vorhanden ist,
  • ausreichend Drohnen fliegen und
  • das Risiko einer freien Begattung akzeptiert wird.

Ziel: Gezielte Genetik bei überschaubaren Kosten

Eine schlupfreife Weiselzelle zusetzen.

Geeignet, wenn:

  • eine ausgewählte Zuchtlinie genutzt werden soll,
  • der Begattungserfolg aber weiterhin vom Standort abhängen darf.

Ziel: Schneller und planbarer Aufbau

Eine begattete Königin zusetzen.

Geeignet, wenn:

  • der Termin bereits fortgeschritten ist,
  • eine bestimmte Genetik gewünscht wird oder
  • das Begattungsrisiko vermieden werden soll.

Ziel: Möglichst viele Jungvölker

Eine starke Brutscheune in mehrere Einheiten aufteilen.

Geeignet, wenn:

  • sehr viel Bienenmasse vorhanden ist,
  • genügend Material und Königinnen zur Verfügung stehen und
  • noch ausreichend Entwicklungszeit verbleibt.

Ziel: Reserve für Königinnenverluste

Die Brutscheune als eigenständiges Reservevolk weiterführen.

Geeignet, wenn:

  • betriebliche Sicherheit wichtiger ist als eine sofortige Nutzung als Wirtschaftsvolk.

Ziel: Keine zusätzlichen Völker

Die Brutscheune nach dem Auslaufen der Brut auflösen und die Bienen gezielt verteilen.

Geeignet, wenn:

  • bestehende Jungvölker verstärkt werden sollen,
  • aber kein weiteres Volk überwintert werden soll.

Ziel: Vollständige Bauerneuerung

Nach dem Auslaufen der Brut einen Kunstschwarm bilden.

Geeignet, wenn:

  • neue Waben aufgebaut werden sollen,
  • eine Königin vorhanden ist und
  • noch genügend Zeit zur Entwicklung bleibt.

Ziel: Maximale hygienische Trennung

Die Brutwaben einschmelzen.

Geeignet, wenn:

  • keine Vermehrung gewünscht ist,
  • alte oder verdächtige Waben entfernt werden sollen oder
  • die Verwertung der Brut nicht zum Betriebskonzept passt.

# Ja, die TBE mit Brutscheunen ist eine Materialschlacht

Eine TBE mit konsequenter Brutverwertung benötigt erheblich mehr Material als eine einfache Behandlung im bestehenden Volk.

Benötigt werden je nach Betriebsweise:

  • zusätzliche Beuten,
  • Böden und Deckel,
  • Rähmchen,
  • Futtergeschirre,
  • Absperrgitter,
  • Transportmöglichkeiten,
  • zusätzliche Standplätze,
  • gegebenenfalls Königinnen oder Weiselzellen und
  • Zeit für Kontrollen, Fütterung und Varroamanagement.

Während der Durchführung entsteht deshalb schnell eine regelrechte Materialschlacht.

Aus unserer Sicht bei Bee Pilot lohnt sich dieser Aufwand dennoch. Die Wirtschaftsvölker werden durch die Brutentnahme deutlich von Varroamilben entlastet. Gleichzeitig kann aus der entnommenen Brut ein neues Volk mit einer jungen Königin entstehen.

Der Materialaufwand ist deshalb nicht nur zusätzlicher Ballast. Die eingesetzten Beuten und Rähmchen werden in Form neuer Jung- oder Reservevölker genutzt und können den Völkerbestand langfristig absichern.

# Fazit

Eine Brutscheune ist kein bloßes Nebenprodukt der Totalen Brutentnahme. Sie kann zu einem wertvollen Bestandteil der gesamten Betriebsweise werden.

Grundsätzlich bestehen mehrere Möglichkeiten:

  • selbst eine Königin nachschaffen lassen,
  • eine Weiselzelle zusetzen,
  • eine unbegattete Königin zusetzen,
  • eine begattete Königin zusetzen,
  • die Brutscheune aufteilen,
  • sie als Reservevolk führen,
  • die Bienen später zum Verstärken verwenden,
  • einen Kunstschwarm bilden oder
  • die entnommenen Brutwaben konsequent einschmelzen.

Für uns bei Bee Pilot hat sich vor allem die Weiterführung als eigenständiges Volk mit nachgeschaffter Königin bewährt.

Die Kombination aus einem getrennten Standplatz, ausreichend Pflegebienen, sicherer Futterversorgung, erfolgreicher Nachschaffung und konsequenter Nutzung der brutfreien Phase bietet aus unserer Sicht die größten Vorteile.

Der Aufwand ist hoch und die benötigte Materialmenge darf nicht unterschätzt werden. Dennoch lohnt sich der Stress unserer Erfahrung nach: Die Wirtschaftsvölker werden entlastet, die entnommene Brut wird sinnvoll genutzt und gleichzeitig entstehen junge Völker mit guten Entwicklungsmöglichkeiten.

Entscheidend ist, die Brutscheune nicht einfach sich selbst zu überlassen. Sie muss genauso geplant, kontrolliert und geführt werden wie jedes andere Bienenvolk.


Brutscheunen, Behandlungen und Volksentwicklung digital dokumentieren

Füttern

Futterversorgung

Achtung: Jetzt droht Futtermangel

Besonders bei Ablegern und Begattungseinheiten

Mit dem Ende der Tracht beginnt eine Zeit, in der viele Bienenvölker unbemerkt in Futternot geraten können.

Von außen sehen die Völker oft noch stark aus. Im Inneren werden jedoch weiterhin große Brutflächen gepflegt. Tausende Larven müssen täglich versorgt werden und das kostet enorme Mengen an Futter.

Da gleichzeitig kaum noch Nektar eingetragen wird, können die Vorräte innerhalb weniger Tage deutlich schrumpfen. Auch wenn man Ableger und Begattungseinheiten von Haus aus füttert, jetzt ist besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit geboten.

Aus unserer Sicht bei Bee Pilot sollte deshalb jetzt die regelmäßige Kontrolle der Futtervorräte oberste Priorität haben.

In 60 Sekunden

  • Nach dem Ende der Tracht können Futtervorräte schnell schrumpfen.
  • Ableger, Begattungseinheiten und Jungvölker sind besonders gefährdet.
  • Fehlende Futterkränze sind ein zuverlässiges Warnsignal.
  • Eine frühzeitige Fütterung schützt Brut und Volksentwicklung.
  • Während der Trachtlosigkeit besteht erhöhte Räubereigefahr.
Woran erkennt man Futtermangel?

Ein beginnender Futtermangel ist nicht immer sofort offensichtlich, lässt sich aber bei genauer Beobachtung gut erkennen:

  • Es fehlen ausreichende Futterkränze über der Brut. Idealerweise sollten immer deutlich sichtbare Futterkränze vorhanden sein.
  • Die Bienen wirken unruhiger und laufen suchend über die Waben.
  • Die Brutflächen werden kleiner, obwohl die Königin eigentlich noch in voller Legetätigkeit sein sollte.
  • Bei länger anhaltendem Futtermangel wird die Brutpflege eingeschränkt oder vollständig eingestellt.
  • Offene Brut kann von den Bienen teilweise wieder abgebaut beziehungsweise resorbiert werden, um Energie zu sparen.
  • In fortgeschrittenen Fällen findet man kaum noch frische Stifte oder junge Larven.
  • Die Bienen tragen vorhandene Vorräte vermehrt um und wirken insgesamt gestresst.

Gerade das Fehlen von Futterkränzen ist ein sehr zuverlässiges Warnsignal. Sobald diese deutlich zurückgehen, sollte umgehend gehandelt werden.

Besonders gefährdete Völker
  • Ableger
  • Begattungseinheiten
  • Jungvölker
  • abgeschwärmte Völker
  • Kleine ehemalige Wirtschaftsvölker

Diese Einheiten verfügen nur über geringe Vorräte und haben noch nicht genügend Sammelbienen, um eine fehlende Tracht auszugleichen. Deshalb kann Futtermangel hier besonders schnell entstehen.

Lieber einmal zu viel kontrollieren

Warten Sie nicht, bis die Bienen bereits hungern. Kontrollieren Sie jetzt regelmäßig die Futtervorräte und greifen Sie rechtzeitig ein.

Eine frühzeitige Fütterung verhindert Entwicklungsrückstände und schützt die Völker vor unnötigem Stress.

Gerade Begattungseinheiten und kleine Ableger sind jetzt besonders empfindlich. Wir verwenden dort bevorzugt Futterteig oder verdeckelte Futterwaben aus dem eigenen gesunden Bestand, da dadurch das Räubereirisiko gering bleibt.

Auch Futtersirup kann verwendet werden, sollte jedoch sauber und vorsichtig gegeben werden.

Zuckerwasser erhöht insbesondere bei kleinen Einheiten mit wenigen Bienen das Risiko für Räuberei und sollte deshalb nicht oder nur mit besonderer Vorsicht eingesetzt werden.

Räuberei ist jetzt eine große Gefahr

Während der Trachtlosigkeit wird jede offene Futterquelle sofort interessant. Bereits wenige Tropfen verschütteten Futters können Räuberei auslösen.

Besonders tückisch ist die sogenannte stille Räuberei. Dabei wird ein Volk unauffällig und über einen längeren Zeitraum ausgeraubt, ohne dass dies sofort bemerkt wird.

Das Futter kann überraschend schnell verschwinden, selbst bei zuvor gefütterten Völkern. Im schlimmsten Fall geht ein Volk ein, obwohl scheinbar ausreichend gefüttert wurde.

Deshalb gilt:

  • Fluglöcher an die jeweilige Volksstärke anpassen.
  • Kein Futter verschütten.
  • Möglichst zügig und sauber arbeiten.
  • Kleine Einheiten besonders aufmerksam beobachten.
Auch an die Eiweißversorgung denken

In Regionen mit anhaltendem Pollenmangel kann zusätzlich ein hochwertiger Eiweißfutterteig sinnvoll sein.

Die Bienen, die jetzt schlüpfen, werden später die Winterbienen aufziehen. Eine gute Versorgung mit Energie und Eiweiß trägt dazu bei, dass diese Pflegebienen ihre Aufgabe optimal erfüllen können.


Fazit

Nach dem Ende der Tracht kann sich die Futtersituation innerhalb weniger Tage deutlich verschlechtern. Besonders kleine Völker, Ableger und Begattungseinheiten benötigen jetzt regelmäßige Kontrollen.

Unser Rat von Bee Pilot: Kontrollieren Sie in den nächsten Wochen lieber einmal mehr als einmal zu wenig. Gerade jetzt entscheidet eine ausreichende Futterversorgung oft darüber, ob sich Ableger und Jungvölker gut entwickeln oder in Schwierigkeiten geraten.


Beobachtungen direkt am Bienenstand dokumentieren

Varroa nach der Honigernte

Nach der Honigernte zählt jeder Tag

Warum wir die Varroa sofort reduzieren

Mit dem Ende der Lindentracht endet in weiten Teilen Deutschlands auch die Honigernte. Die Honigräume werden abgenommen, der Honig geschleudert und für viele Imker scheint die arbeitsreichste Zeit des Jahres vorbei zu sein.

Aus unserer Sicht beginnt jetzt jedoch die wichtigste Phase für die Gesundheit der Bienenvölker.

Denn in den kommenden Wochen entscheidet sich, ob ein Volk gesunde Winterbienen hervorbringen kann oder ob eine hohe Varroabelastung und die von ihr übertragenen Viren die Grundlage für spätere Überwinterungsprobleme legen.

In 60 Sekunden

  • Nach der Honigernte steigt das Risiko durch Varroa und Viren deutlich
  • Viele Milben sitzen geschützt in der verdeckelten Brut
  • Geschädigte Pflegebienen beeinflussen die Qualität der Winterbienen
  • Ein einzelner Messwert reicht für sichere Entscheidungen oft nicht aus
  • Wir setzen direkt nach der letzten Honigernte auf Totale Brutentnahme
  • Ableger und Jungvölker gehören ebenfalls in die Varroastrategie
  • Stichtag ca. 15.07.
Die eigentliche Gefahr sind nicht nur die Milben

Die Varroamilbe schädigt Bienen nicht nur dadurch, dass sie sich von ihrem Fettkörpergewebe ernährt. Das eigentliche Problem ist, dass sie gleichzeitig zahlreiche Viren überträgt und innerhalb des Volkes verbreitet.

Solange die Milbenzahl niedrig ist, können Bienenvölker viele dieser Viren häufig noch kompensieren. Mit jeder weiteren Milbengeneration steigt jedoch nicht nur die Zahl der Parasiten, sondern auch die Viruslast im gesamten Volk.

Dadurch werden immer mehr Jungbienen bereits während ihrer Entwicklung geschädigt. Äußerlich fällt dies zunächst oft gar nicht auf. Die eigentlichen Folgen zeigen sich häufig erst Wochen oder Monate später.

Warum gerade jetzt keine Zeit verloren werden sollte

Nach der Honigernte befinden sich in den meisten Wirtschaftsvölkern noch große Brutflächen. Für die Varroamilbe sind das ideale Bedingungen.

Jede Milbe, die jetzt im Volk verbleibt, kann sich in der verdeckelten Brut weiter vermehren. Aus wenigen hundert Milben können innerhalb kurzer Zeit deutlich mehr werden.

Gleichzeitig schlüpfen fortlaufend neue Bienen, die bereits während ihrer Entwicklung mit Milben und Viren in Kontakt kommen.

Die jetzt schlüpfenden Bienengenerationen übernehmen schon bald die Pflege der späteren Winterbienen. Sind diese Pflegebienen bereits geschädigt, wirkt sich das unmittelbar auf die Qualität der Winterbienen aus.

Warum gesunde Winterbienen so wichtig sind

Winterbienen unterscheiden sich deutlich von Sommerbienen. Sie müssen mehrere Monate leben und verfügen deshalb über besonders ausgeprägte Fettkörper.

Diese Fettkörper dienen als Energie- und Eiweißspeicher, übernehmen wichtige Aufgaben im Immunsystem und ermöglichen es den Bienen, im zeitigen Frühjahr wieder Brut aufzuziehen.

Werden Winterbienen von geschwächten Pflegebienen aufgezogen oder entwickeln sie sich bereits unter hoher Virusbelastung, entstehen häufig Bienen mit geringeren Fettkörperreserven, einer kürzeren Lebensdauer und einer deutlich schlechteren Überwinterungsfähigkeit.

Diese Entwicklung lässt sich später kaum noch korrigieren.

Die größten Fehler passieren nach der Honigernte

Viele Bienenvölker wirken Mitte Juli noch stark. Es herrscht reger Flugbetrieb, die Königin legt Eier und äußerlich scheint alles in Ordnung zu sein.

Gerade das macht die Varroa so gefährlich.

Die eigentliche Entwicklung findet im Verborgenen statt. Ein Großteil der Milben befindet sich geschützt in der verdeckelten Brut. Von außen ist kaum zu erkennen, wie stark sich die Population bereits entwickelt hat.

Wenn im August oder September plötzlich viele Milben auf der Windel liegen oder erste Schäden sichtbar werden, ist der eigentliche Höhepunkt der Entwicklung meist längst überschritten.

Die Folgen treffen dann genau die Bienengenerationen, die später für die Überwinterung verantwortlich sind.

Befallsorientierte Behandlung – sinnvoll, aber anspruchsvoll

In den vergangenen Jahren wird immer häufiger die befallsorientierte Varroabekämpfung empfohlen.

Grundsätzlich halten wir diesen Ansatz für sinnvoll.

Allerdings setzt er voraus, dass der Imker seine Völker sehr gut kennt und die Ergebnisse richtig interpretieren kann.

Dazu gehört nicht nur die Bestimmung des Milbenbefalls, sondern auch die Einschätzung der Volksentwicklung, der Brutmenge, der Reinvasion aus Nachbarständen, der Jahreszeit sowie der Geschwindigkeit, mit der sich der Milbenbefall verändern kann.

Ein einzelner Messwert erzählt niemals die ganze Geschichte.

Warum der Aufwand oft unterschätzt wird

Wer befallsorientiert arbeitet, muss seine Völker regelmäßig kontrollieren, Entwicklungen erkennen und im richtigen Moment reagieren.

Nach unserer Erfahrung wird dieser Aufwand häufig unterschätzt.

Für viele Hobbyimker besteht deshalb die Gefahr, den tatsächlichen Befall zu niedrig einzuschätzen oder den optimalen Zeitpunkt für eine wirksame Maßnahme zu verpassen.

Unsere Betriebsweise nach der letzten Honigernte

Jeder Imker entwickelt mit den Jahren seine eigene Betriebsweise.

Wir möchten deshalb keine allgemeine Behandlungsempfehlung geben, sondern schildern, wie wir selbst seit vielen Jahren erfolgreich arbeiten.

Direkt nach der letzten Honigernte führen wir bei unseren Wirtschaftsvölkern eine Totale Brutentnahme (TBE) durch.

Dadurch wird der überwiegende Teil der Varroamilben zusammen mit der Brut aus dem Wirtschaftsvolk entfernt. Das zurückbleibende Volk ist anschließend brutfrei und wird auf frische Mittelwände gesetzt. Es muss sofort reichlich eingefüttert werden . Wir verwenden Zuckerwasser im Verhältnis 1:1 .

Bevor die erste neu angelegte Brut wieder verdeckelt wird, behandeln wir das Volk zweimal im Abstand von drei Tagen mit Oxalsäure.

Mit dieser Vorgehensweise haben wir über viele Jahre sehr gute Erfahrungen gemacht. Unser Ziel ist es, den Varroadruck unmittelbar nach der Honigernte massiv zu reduzieren und den Bienenvölkern möglichst optimale Bedingungen für die kommenden Wochen zu schaffen.

Ableger gehören genauso dazu

Auch Ableger, Begattungseinheiten und Jungvölker dürfen jetzt nicht vergessen werden.

Gerade kleinere Einheiten können durch einen ansteigenden Varroabefall innerhalb kurzer Zeit erhebliche Schäden erleiden. Deshalb gehören sie selbstverständlich ebenfalls in die eigene Varroastrategie.


Fazit

Die Honigernte beendet zwar die Trachtsaison, sie markiert aber gleichzeitig den Beginn der wichtigsten Phase für die Vorbereitung auf den Winter.

Nicht erst die Winterbienen müssen geschützt werden. Entscheidend ist, dass bereits die Bienengenerationen gesund bleiben, die wenige Wochen später die Winterbienen aufziehen.

Deshalb zählt aus unserer Sicht nach der letzten Honigernte jeder einzelne Tag.

Je früher der Varroadruck deutlich reduziert wird, desto geringer ist die Virusbelastung im Volk und desto besser sind die Voraussetzungen für gesunde Pflegebienen, leistungsfähige Winterbienen und starke Völker im kommenden Frühjahr.

Die Varroamilbe macht nach der Honigernte keine Pause. Deshalb tun wir es auch nicht.


bee-pilot.io jetzt testen

Räuberei in trachtarmer Zeit – warum Ableger und Begattungseinheiten besonders gefährdet sind

Trachtarme Zeit

Räuberei bei Bienen

Warum Ableger und Begattungseinheiten besonders gefährdet sind

Wenn die Tracht nachlässt, verändert sich das Verhalten vieler Bienenvölker deutlich. Besonders nach der Sommertracht, während längerer Trockenperioden oder in einer Trachtlücke suchen Sammelbienen intensiv nach jeder verfügbaren Futterquelle.

In dieser Phase steigt das Risiko für Räuberei stark an. Dabei dringen Bienen eines oder mehrerer Völker in ein anderes Volk ein, um Honig oder Futtervorräte zu stehlen. Was zunächst wie normaler Flugbetrieb aussehen kann, kann sich innerhalb kurzer Zeit zu einer ernsten Gefahr entwickeln.

In 60 Sekunden

  • Räuberei entsteht häufig in trachtarmen Phasen
  • Ableger und Begattungseinheiten sind besonders gefährdet
  • Offenes Futter und große Fluglöcher erhöhen das Risiko
  • Hektischer Flugbetrieb und Kämpfe am Flugloch sind Warnzeichen
  • Schnelles Einengen des Fluglochs kann Verluste verhindern
Welche Einheiten sind besonders gefährdet?

Gerade kleine oder geschwächte Einheiten können Räuberei oft nicht lange abwehren. Deshalb ist in trachtarmer Zeit besondere Vorsicht nötig.

Besonders gefährdet sind:

  • frisch gebildete Ableger
  • Begattungseinheiten
  • MiniPlus-Völker
  • Apideas und Kieler Begattungskästchen
  • weisellose Einheiten
  • schwache Wirtschaftsvölker
  • kranke oder stark geschwächte Völker
Warum entsteht Räuberei?

In einer guten Trachtzeit finden Bienen Nektar, Honigtau und Pollen in der Natur. Lässt dieses Angebot nach, suchen viele Flugbienen nach anderen Futterquellen.

Sie reagieren dann sehr stark auf Gerüche von Honig, Zuckerwasser, Futterteig, ausgeschleuderten Waben oder offenen Futtergeschirren.

Findet eine Biene eine solche Quelle, wird diese Information im Volk weitergegeben. Dadurch können innerhalb kurzer Zeit viele Räuberbienen auftauchen.

Häufige Auslöser sind:

  • verschüttetes Futter
  • undichte Futtergeschirre
  • offene Futterwaben
  • zu lange geöffnete Beuten
  • zu große Fluglöcher bei kleinen Einheiten
Was passiert im betroffenen Volk?

Ein starkes Volk kann sein Flugloch meist gut verteidigen. Wächterbienen kontrollieren ankommende Bienen und weisen fremde Bienen ab.

Bei kleinen Ablegern oder Begattungseinheiten ist die Situation anders. Sie haben nur wenige Bienen. Die Verteidigung am Flugloch ist schwächer, und oft ist die Königin noch unbegattet oder gerade erst in Eilage gegangen.

Wenn Räuberbienen eindringen, entsteht Stress im ganzen Volk. Es kommt zu Kämpfen am Flugloch und im Inneren der Beute. Bienen werden verletzt oder getötet, Futtervorräte werden ausgeräumt.

In kleinen Einheiten kann die Königin verloren gehen oder das Volk vollständig zusammenbrechen.

Warum sind Begattungseinheiten besonders gefährdet?

Begattungseinheiten sind klein und haben nur eine begrenzte Anzahl an Bienen. Sie besitzen oft nur wenig Futterreserve und können sich gegen starke Räuberbienen kaum wehren.

Dazu kommt: Viele Begattungseinheiten werden in Zeiten erstellt, in denen die Haupttracht bereits nachlässt oder vorbei ist. Genau dann steigt die Gefahr durch suchende Bienen.

Besonders kritisch sind:

  • zu große Fluglöcher
  • zu dünn besetzte Kästchen
  • Fütterung mit offenem Flüssigfutter
  • verschüttetes Futter
  • aufgestellte Wabenreste
  • unruhige Arbeiten am Stand
  • viele kleine Einheiten direkt neben starken Völkern

Begattungseinheiten sollten deshalb in trachtarmen Phasen nur sehr vorsichtig geöffnet und kontrolliert werden.

Warum sind frisch erstellte Ableger besonders gefährdet?

Frisch erstellte Ableger haben noch keine volle Volksstärke. Sie müssen sich erst organisieren, neue Flugbienen aufbauen und ihr Flugloch sicher verteidigen.

Viele Ableger haben außerdem einen hohen Futterbedarf. Wenn sie gefüttert werden, entsteht schnell ein starker Geruch, der Räuberbienen anziehen kann. Flüssigfutter ist dabei besonders kritisch, wenn es tropft oder offen erreichbar ist.

Grundsatz: Ein kleines Volk braucht kein großes Flugloch. Je kleiner die Einheit, desto kleiner sollte der Eingang sein.

Woran erkennt man Räuberei?

Räuberei erkennt man häufig an einem hektischen, unruhigen Flugbetrieb. Die Bienen fliegen nicht ruhig ein und aus, sondern suchen an der Beutenfront, an Ritzen, am Deckel oder an der Rückseite nach Einstiegsmöglichkeiten.

Typische Anzeichen sind:

  • Kämpfe am Flugloch
  • Bienen rollen kämpfend vor der Beute
  • tote oder verletzte Bienen vor dem Eingang
  • hektisches, suchendes Flugverhalten
  • fremde Bienen versuchen an Ritzen einzudringen
  • Wachsbrösel am Flugloch
  • plötzlich stark sinkende Futtervorräte
  • Unruhe im Volk
  • kleine Einheiten wirken leer oder stark geschwächt

Wichtig ist die Unterscheidung zum Jungbienenflug. Beim Einfliegen junger Bienen sieht man oft viele Bienen vor der Beute. Diese fliegen aber meist ruhiger in Bögen vor dem Flugloch. Räuberei wirkt dagegen hektisch, aggressiv und unkontrolliert.

Sofortmaßnahmen bei Räuberei

Wenn Räuberei beginnt, muss schnell gehandelt werden. Je früher eingegriffen wird, desto besser sind die Chancen.

Die wichtigste Maßnahme ist das sofortige Einengen des Fluglochs. Bei kleinen Ablegern oder Begattungseinheiten kann das Flugloch auf eine sehr kleine Öffnung reduziert werden.

Entscheidend ist, dass die eigenen Bienen den Eingang wieder verteidigen können.

Zusätzlich müssen alle offenen Futterquellen sofort entfernt werden:

  • verschüttetes Futter aufnehmen
  • offene Futterwaben entfernen
  • Honigreste nicht stehen lassen
  • ausgeschleuderte Waben nicht offen am Stand geben
  • undichte Futtergeschirre austauschen
  • Beuten und Kästchen auf Spalten prüfen

Bei starker Räuberei kann es sinnvoll sein, die betroffene Einheit vorübergehend zu verstellen. Besonders Begattungseinheiten oder kleine Ableger können an einem ruhigeren Standort außerhalb des direkten Flugradius oft besser geschützt werden.

Vorbeugende Maßnahmen

Die beste Maßnahme gegen Räuberei ist Vorbeugung. Gerade kleine Einheiten sollten in trachtarmen Phasen besonders sorgfältig geführt werden.

1. Flugloch klein halten

Das Flugloch muss zur Volksstärke passen. Kleine Einheiten brauchen kleine Fluglöcher. Bei Begattungskästchen und frisch gebildeten Ablegern sollte der Eingang so klein sein, dass er sicher bewacht werden kann.

Lieber zunächst zu klein als zu groß. Wenn die Einheit stärker wird, kann das Flugloch später schrittweise erweitert werden.

2. Abends füttern

Fütterung sollte möglichst abends erfolgen, wenn der Flugbetrieb nachlässt. Dadurch sinkt das Risiko, dass suchende Bienen sofort auf die Futterquelle aufmerksam werden.

3. Sauber füttern

Beim Füttern darf nichts verschüttet werden. Tropfendes Zuckerwasser oder offene Futterreste sind ein starker Auslöser für Räuberei.

Besonders bei kleinen Ablegern und Begattungseinheiten sollte sehr sauber und möglichst ohne Kleckern gearbeitet werden.

4. Keine offenen Waben am Stand

Honigwaben, Futterwaben oder ausgeschleuderte Waben dürfen nicht offen am Stand herumstehen. Auch kurze Zeit kann reichen, um Räuberei auszulösen.

Waben sollten immer bienendicht gelagert oder sofort wieder verschlossen werden.

5. Kleine Einheiten nicht unnötig lange öffnen

Ableger und Begattungseinheiten sollten nur kurz kontrolliert werden. Jede längere Öffnung verbreitet Geruch und macht die Einheit angreifbar.

Kontrollen sollten gut vorbereitet sein. Erst überlegen, was geprüft werden muss, dann öffnen, kontrollieren und sofort wieder schließen.

6. Schwache Einheiten kritisch prüfen

Sehr schwache Ableger oder Begattungseinheiten sind in trachtarmer Zeit besonders gefährdet. Wenn eine Einheit kaum noch verteidigungsfähig ist, sollte geprüft werden, ob ein Vereinigen sinnvoller ist als ein Weiterführen.

7. Abstand zu starken Völkern beachten

Wenn viele kleine Begattungseinheiten direkt neben starken Wirtschaftsvölkern stehen, kann der Räuberdruck steigen. Ein separater, ruhiger Standort für Begattungseinheiten kann helfen.

8. Futterteig statt Flüssigfutter prüfen

Bei sehr kleinen Einheiten kann Futterteig oft sicherer sein als flüssiges Futter, weil weniger Geruch entsteht und nichts ausläuft. Trotzdem muss auch Futterteig so gegeben werden, dass keine offenen Futterreste Räuber anlocken.

Was sollte man vermeiden?

In trachtarmer Zeit sollten bestimmte Arbeiten besonders vorsichtig oder gar nicht durchgeführt werden.

Vermeiden sollte man:

  • offenes Ausschleckenlassen von Honigräumen am Stand
  • lange offene Beuten
  • Fütterung mitten am Tag
  • tropfende Futterbehälter
  • große Fluglöcher bei kleinen Einheiten
  • unnötiges Umstellen und Öffnen von Begattungskästchen
  • schwache Einheiten ohne Kontrolle weiterlaufen lassen
  • Wabenreste oder Futterreste im Freien

Gerade ein kleiner Fehler kann in einer trachtarmen Phase reichen, um Räuberei auszulösen.


Fazit

Räuberei ist in trachtarmer Zeit eine ernste Gefahr. Besonders betroffen sind kleine und schwache Einheiten wie frisch erstellte Ableger, Begattungseinheiten, MiniPlus-Völker oder Apideas.

Entscheidend sind Vorbeugung und schnelles Handeln. Fluglöcher müssen klein gehalten, Futterquellen sauber verschlossen und Arbeiten am Volk kurz gehalten werden.

Wer in trachtarmen Phasen sauber arbeitet, kleine Einheiten schützt und Warnzeichen früh erkennt, kann viele Verluste vermeiden.


bee-pilot.io jetzt testen