Achtung: Jetzt droht Futtermangel, besonders bei Ablegern und Begattungseinheiten!

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Futterversorgung

Achtung: Jetzt droht Futtermangel

Besonders bei Ablegern und Begattungseinheiten

Mit dem Ende der Tracht beginnt eine Zeit, in der viele Bienenvölker unbemerkt in Futternot geraten können.

Von außen sehen die Völker oft noch stark aus. Im Inneren werden jedoch weiterhin große Brutflächen gepflegt. Tausende Larven müssen täglich versorgt werden und das kostet enorme Mengen an Futter.

Da gleichzeitig kaum noch Nektar eingetragen wird, können die Vorräte innerhalb weniger Tage deutlich schrumpfen. Auch wenn man Ableger und Begattungseinheiten von Haus aus füttert, jetzt ist besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit geboten.

Aus unserer Sicht bei Bee Pilot sollte deshalb jetzt die regelmäßige Kontrolle der Futtervorräte oberste Priorität haben.

In 60 Sekunden

  • Nach dem Ende der Tracht können Futtervorräte schnell schrumpfen.
  • Ableger, Begattungseinheiten und Jungvölker sind besonders gefährdet.
  • Fehlende Futterkränze sind ein zuverlässiges Warnsignal.
  • Eine frühzeitige Fütterung schützt Brut und Volksentwicklung.
  • Während der Trachtlosigkeit besteht erhöhte Räubereigefahr.
Woran erkennt man Futtermangel?

Ein beginnender Futtermangel ist nicht immer sofort offensichtlich, lässt sich aber bei genauer Beobachtung gut erkennen:

  • Es fehlen ausreichende Futterkränze über der Brut. Idealerweise sollten immer deutlich sichtbare Futterkränze vorhanden sein.
  • Die Bienen wirken unruhiger und laufen suchend über die Waben.
  • Die Brutflächen werden kleiner, obwohl die Königin eigentlich noch in voller Legetätigkeit sein sollte.
  • Bei länger anhaltendem Futtermangel wird die Brutpflege eingeschränkt oder vollständig eingestellt.
  • Offene Brut kann von den Bienen teilweise wieder abgebaut beziehungsweise resorbiert werden, um Energie zu sparen.
  • In fortgeschrittenen Fällen findet man kaum noch frische Stifte oder junge Larven.
  • Die Bienen tragen vorhandene Vorräte vermehrt um und wirken insgesamt gestresst.

Gerade das Fehlen von Futterkränzen ist ein sehr zuverlässiges Warnsignal. Sobald diese deutlich zurückgehen, sollte umgehend gehandelt werden.

Besonders gefährdete Völker
  • Ableger
  • Begattungseinheiten
  • Jungvölker
  • abgeschwärmte Völker
  • Kleine ehemalige Wirtschaftsvölker

Diese Einheiten verfügen nur über geringe Vorräte und haben noch nicht genügend Sammelbienen, um eine fehlende Tracht auszugleichen. Deshalb kann Futtermangel hier besonders schnell entstehen.

Lieber einmal zu viel kontrollieren

Warten Sie nicht, bis die Bienen bereits hungern. Kontrollieren Sie jetzt regelmäßig die Futtervorräte und greifen Sie rechtzeitig ein.

Eine frühzeitige Fütterung verhindert Entwicklungsrückstände und schützt die Völker vor unnötigem Stress.

Gerade Begattungseinheiten und kleine Ableger sind jetzt besonders empfindlich. Wir verwenden dort bevorzugt Futterteig oder verdeckelte Futterwaben aus dem eigenen gesunden Bestand, da dadurch das Räubereirisiko gering bleibt.

Auch Futtersirup kann verwendet werden, sollte jedoch sauber und vorsichtig gegeben werden.

Zuckerwasser erhöht insbesondere bei kleinen Einheiten mit wenigen Bienen das Risiko für Räuberei und sollte deshalb nicht oder nur mit besonderer Vorsicht eingesetzt werden.

Räuberei ist jetzt eine große Gefahr

Während der Trachtlosigkeit wird jede offene Futterquelle sofort interessant. Bereits wenige Tropfen verschütteten Futters können Räuberei auslösen.

Besonders tückisch ist die sogenannte stille Räuberei. Dabei wird ein Volk unauffällig und über einen längeren Zeitraum ausgeraubt, ohne dass dies sofort bemerkt wird.

Das Futter kann überraschend schnell verschwinden, selbst bei zuvor gefütterten Völkern. Im schlimmsten Fall geht ein Volk ein, obwohl scheinbar ausreichend gefüttert wurde.

Deshalb gilt:

  • Fluglöcher an die jeweilige Volksstärke anpassen.
  • Kein Futter verschütten.
  • Möglichst zügig und sauber arbeiten.
  • Kleine Einheiten besonders aufmerksam beobachten.
Auch an die Eiweißversorgung denken

In Regionen mit anhaltendem Pollenmangel kann zusätzlich ein hochwertiger Eiweißfutterteig sinnvoll sein.

Die Bienen, die jetzt schlüpfen, werden später die Winterbienen aufziehen. Eine gute Versorgung mit Energie und Eiweiß trägt dazu bei, dass diese Pflegebienen ihre Aufgabe optimal erfüllen können.


Fazit

Nach dem Ende der Tracht kann sich die Futtersituation innerhalb weniger Tage deutlich verschlechtern. Besonders kleine Völker, Ableger und Begattungseinheiten benötigen jetzt regelmäßige Kontrollen.

Unser Rat von Bee Pilot: Kontrollieren Sie in den nächsten Wochen lieber einmal mehr als einmal zu wenig. Gerade jetzt entscheidet eine ausreichende Futterversorgung oft darüber, ob sich Ableger und Jungvölker gut entwickeln oder in Schwierigkeiten geraten.


Beobachtungen direkt am Bienenstand dokumentieren