Honigrähmchen nach der letzten Schleuderung einlagern, So bringen wir unsere Waben sicher durch den Winter

Honigrähmchen nach der letzten Schleuderung richtig einlagern

Wabenlagerung

Honigrähmchen nach der letzten Schleuderung einlagern

So bringen wir unsere Waben sicher durch den Winter

Mit der letzten Honigernte endet zwar die Schleudersaison, die Arbeit ist damit aber noch nicht vorbei. Jetzt stellt sich eine Frage, die jeder Imker jedes Jahr aufs Neue beantworten muss:

Wie lagere ich meine Honigrähmchen über den Winter richtig ein?

Jede Imkerei ist anders und jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile. Entscheidend ist vor allem, dass die Waben bis zum Frühjahr trocken, sauber und frei von Wachsmotten bleiben.

Wir möchten Ihnen deshalb die gängigsten Möglichkeiten vorstellen und erklären, worauf wir bei Bee Pilot achten.

In 60 Sekunden

  • Honigfeuchte und ausgeschleckte Waben können sicher eingelagert werden
  • Trockenheit und Schutz vor Wachsmotten sind entscheidend
  • Einfrieren ist besonders zuverlässig
  • Eine kühle und luftige Lagerung eignet sich auch für größere Mengen
  • Alte, beschädigte oder befallene Waben sollten eingeschmolzen werden
Honigfeucht einlagern oder ausschlecken lassen?

Diese Frage wird unter Imkern seit Jahren diskutiert.

Aus unserer Sicht gibt es hier kein richtig oder falsch.

Honigfeucht einlagern

Viele Imker lagern ihre Honigrähmchen direkt nach dem Schleudern ein. Die kleinen Honigreste verbleiben dabei in den Zellen.

Auch wir sehen darin grundsätzlich kein Problem.

Vorteile:

  • Kein zusätzlicher Arbeitsgang
  • Keine Räubereigefahr durch das Ausschlecken
  • Schnell erledigt
  • Die Waben sind im Frühjahr für die Bienen meist sehr attraktiv

Nachteile:

  • Die Waben riechen stärker nach Honig
  • Sie müssen bienen-, wespen- und ameisendicht gelagert werden
  • Bei feuchter Lagerung besteht Schimmelgefahr
Ausschlecken lassen

Ebenso kann man die Honigräume den Bienenvölkern noch einmal aufsetzen und die verbliebenen Honigreste von den Bienen entfernen lassen.

Auch diese Methode funktioniert gut.

Vorteile:

  • Saubere Waben
  • Weniger klebrig
  • Geringere Anlockwirkung auf Bienen und Wespen

Nachteile:

  • Zusätzlicher Arbeitsaufwand
  • Bei falscher Durchführung kann Räuberei entstehen
  • Nicht in jeder Betriebsweise sinnvoll

Unsere Meinung: Wir halten keine der beiden Methoden für grundsätzlich besser. Beide funktionieren, wenn die Waben anschließend richtig gelagert werden.


Der eigentliche Schlüssel liegt in der Lagerung

Nicht die Frage, ob die Waben honigfeucht oder ausgeschleckt sind, entscheidet über den Erfolg.

Viel wichtiger ist, dass die Waben vor Wachsmotten, Mäusen und Feuchtigkeit geschützt werden.

Methode 1 : Kühl und luftig lagern

Diese Methode wird seit Jahrzehnten erfolgreich angewendet.

Dabei werden die Honigräume gestapelt und oben sowie unten mit einem feinmaschigen Gitter verschlossen. Durch die Luftzirkulation entsteht ein ungünstiges Klima für Wachsmotten.

Vorteile:

  • Einfach
  • Kostengünstig
  • Keine chemischen Mittel
  • Ideal für größere Wabenmengen

Nachteile:

  • Regelmäßige Kontrolle notwendig
  • Bei warmen Temperaturen steigt das Wachsmottenrisiko
  • Mäuse müssen zuverlässig ferngehalten werden
Methode 2 : Waben einfrieren

Aus unserer Sicht ist das eine der sichersten Methoden.

Die Waben werden für mindestens 24 bis 48 Stunden eingefroren. Dadurch werden vorhandene Eier und Larven der Wachsmotte zuverlässig abgetötet.

Anschließend sollten die Waben möglichst mottendicht gelagert werden.

Vorteile:

  • Sehr zuverlässig
  • Keine chemischen Rückstände
  • Auch für honigfeuchte Waben geeignet

Nachteile:

  • Ausreichend Gefrierkapazität notwendig
  • Bei vielen Völkern recht zeitaufwendig
Methode 3 : Luftdicht lagern

Viele Imker verwenden stabile Kunststoffsäcke, dicht schließende Boxen oder spezielle Wabenschränke.

Wichtig ist dabei, dass die Waben trocken eingelagert werden.

Vorteile:

  • Schützt vor neuem Wachsmottenbefall
  • Platzsparend
  • Sauber

Nachteile:

  • Vorhandene Wachsmotten werden dadurch nicht automatisch abgetötet
  • Feuchtigkeit kann eingeschlossen werden

Aus unserer Sicht funktioniert diese Methode besonders gut in Kombination mit dem vorherigen Einfrieren.

Methode 4 : Kühlraum

Wer einen Kühlraum besitzt, hat ideale Voraussetzungen.

Die niedrigen Temperaturen verhindern weitgehend die Entwicklung der Wachsmotte.

Vorteile:

  • Sehr sicher
  • Kaum Kontrollen notwendig
  • Ideal für größere Imkereien

Nachteile:

  • Kühlraum erforderlich
  • Laufende Stromkosten
Methode 5 : Essigsäure

Einige Imker behandeln ihre eingelagerten Waben mit Essigsäure.

Die Dämpfe können gegen verschiedene Entwicklungsstadien der Wachsmotte wirken.

Vorteile:

  • Seit vielen Jahren in der Imkerei bekannt
  • Kann den Wachsmottenbefall deutlich reduzieren

Nachteile:

  • Sorgfältige Anwendung erforderlich
  • Stark ätzend
  • Metallteile können korrodieren
  • Nicht gegen jedes Entwicklungsstadium gleich wirksam
Methode 6 : Ameisensäure

Auch Ameisensäure wird vereinzelt zur Behandlung eingelagerter Waben eingesetzt.

Vorteile:

  • Bekannte Säure aus der Imkerei
  • Kann gegen Wachsmotten wirken

Nachteile:

  • Stark ätzend
  • Sorgfältiger Umgang erforderlich
  • Materialschäden möglich
Methode 7 : Schwefeln

Früher gehörte das Schwefeln fast zum Standard.

Auch heute setzen einige Imker noch darauf.

Vorteile:

  • Wirksam gegen Wachsmotten
  • Auch größere Wabenmengen können behandelt werden

Nachteile:

  • Gesundheitsschädliche Dämpfe
  • Brandgefahr
  • Wiederholungsbehandlungen notwendig
Methode 8 : Bacillus thuringiensis

Hierbei handelt es sich um eine biologische Methode.

Die Waben werden mit einem entsprechenden Präparat behandelt. Die jungen Wachsmottenlarven sterben später beim Fraß an den behandelten Waben ab.

Vorteile:

  • Biologische Bekämpfung
  • Keine Säuredämpfe

Nachteile:

  • Jede Wabe muss behandelt werden
  • Relativ hoher Arbeitsaufwand
Alte Waben besser einschmelzen

Der Winter ist aus unserer Sicht auch der richtige Zeitpunkt, den Wabenbestand kritisch zu überprüfen.

Wir empfehlen, folgende Waben auszusortieren:

  • Sehr dunkle Brutwaben
  • Beschädigte Waben
  • Verschimmelte Waben
  • Waben mit Wachsmottenbefall
  • Stark pollenhaltige Altwaben

Ein sauberer Wachskreislauf ist langfristig oft wichtiger als jede einzelne erhaltene Wabe.

Schwarze Waben überwintern, Hier ist besondere Vorsicht geboten

Schwarze Brutwaben haben bei vielen Imkern einen schlechten Ruf. Dabei gilt: Dunkle oder sogar schwarze Waben sind nicht automatisch unhygienisch oder schlecht für das Bienenvolk. Im Gegenteil, sie werden von den Bienen häufig sehr gut angenommen und eignen sich insbesondere im Brutraum weiterhin gut.

Problematisch wird es allerdings bei der Einlagerung über den Winter.

Da schwarze Brutwaben viele Kokonreste und oft auch Pollenrückstände enthalten, sind sie für Wachsmotten deutlich attraktiver als helle Honigwaben. Das Risiko eines starken Befalls ist deshalb wesentlich höher.

Aus unserer Sicht bei Bee Pilot sollte man schwarze Waben daher nicht ungeschützt einlagern. Besonders bewährt hat sich eine möglichst sichere Lagerungsmethode, beispielsweise das Einfrieren der Waben für 24 bis 48 Stunden mit anschließender mottendichter Lagerung oder alternativ die dauerhafte Lagerung in einem ausreichend kühlen Kühlraum. Dadurch lässt sich das Risiko eines Wachsmottenbefalls deutlich reduzieren.

Unsere Empfehlung von Bee Pilot

Aus unserer Sicht gibt es nicht die eine perfekte Methode.

Für kleinere Imkereien würden wir das Einfrieren mit anschließender mottendichter Lagerung bevorzugen. Diese Methode ist sehr zuverlässig und kommt ohne chemische Mittel aus.

Bei größeren Imkereien hat sich häufig eine trockene, kühle und gut belüftete Lagerung bewährt. Entscheidend sind regelmäßige Kontrollen und ein trockener Lagerraum.

Ob die Waben vorher ausgeschleckt oder honigfeucht eingelagert werden, spielt aus unserer Sicht eine deutlich geringere Rolle als eine fachgerechte Lagerung über den gesamten Winter.

Wichtiger Hinweis

Bei einigen Verfahren, beispielsweise der Verwendung von Essigsäure, Ameisensäure, Schwefel oder biologischen Präparaten, gelten je nach Land unterschiedliche gesetzliche Vorschriften. Informieren Sie sich deshalb vor der Anwendung immer über die in Ihrem Land gültigen Bestimmungen und verwenden Sie ausschließlich dafür zugelassene Produkte entsprechend den Herstellerangaben.


Fazit

Die Einlagerung der Honigrähmchen entscheidet oft darüber, wie gut das Wabenmaterial im nächsten Frühjahr noch nutzbar ist.

Wer seine Waben trocken lagert, regelmäßig kontrolliert und zuverlässig vor Wachsmotten, Mäusen und Feuchtigkeit schützt, wird im Frühjahr mit sauberen und sofort einsatzbereiten Honigrähmchen belohnt.

Wie so oft in der Imkerei führen mehrere Wege zum Ziel. Wichtig ist nicht, welche Methode man wählt, sondern dass sie konsequent und sorgfältig umgesetzt wird.


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