Das Schieden im Winter wird oft falsch verstanden!

Betriebsweise & Überwinterung

Das Schieden im Winter wird oft falsch verstanden! Eine Methode nach Damien Merit

Was „Schieden“ bedeutet – und warum es im Winter anders funktioniert als im Sommer

In der Imkerei bezeichnet Schieden das gezielte Begrenzen des Brutraums mit Trennwänden (Schieden) innerhalb der Beute. Ziel ist es, den Raum, den die Bienen besetzen und beheizen müssen, an die tatsächliche Volksstärke anzupassen. Statt den Bienen den kompletten Beutenraum zur Verfügung zu stellen, wird der nutzbare Bereich so verkleinert, dass Wärme besser gehalten und Energie gespart werden kann.

Im Frühjahr und Sommer ist diese Praxis vielen Imkerinnen und Imkern bekannt. Zunehmend wird jedoch auch das Schieden im Winter und in der Übergangszeit angewendet. Genau hier entstehen oft Missverständnisse – denn Winterschieden folgt anderen Regeln als das Schieden während der Trachtzeit.

Besonders die Methode nach Damien Merit wird häufig vereinfacht wiedergegeben oder mit anderen Schiedkonzepten vermischt. Dadurch entstehen falsche Aufbauten und unnötige Sorgen, vor allem in Bezug auf einen möglichen Futterabriss. Tatsächlich ist es ein konsequent thermisch gedachtes Gesamtkonzept.

In 60 Sekunden

  • Ziel: thermisch stabiler Brutraum + separater Futterraum.
  • Brutkammer: zwischen zwei wandbündigen Thermoschieden, nicht umlaufbar.
  • Futterkammer: durch drittes Thermoschied klar getrennt.
  • Brutraumgröße: richtet sich nach der Bienenmasse – nicht nach der Brutfläche.
  • Futterabriss: bei korrektem Aufbau praktisch kein erhöhtes Risiko.
  • WICHTIG: Die Bienen können die Schiede nur von unten überwinden
Ziel der Methode: Zwei klar getrennte Zonen

Ziel dieser Methode ist es, einen thermisch stabilen, klar abgegrenzten Brutraum zu schaffen und gleichzeitig einen separaten Futterraum bereitzustellen. Entscheidend dafür ist die exakte Position der Schiede. Es entstehen zwei definierte Zonen: eine thermisch geschützte Brutkammer und eine davon getrennte Futterkammer.

Aufbau der Brutkammer: Zwei Thermoschiede als seitliche Begrenzung

Der Brutraum wird durch zwei Thermoschiede begrenzt. Diese stehen links und rechts der Brutkammer und schließen jeweils wandbündig an. Es darf weder seitlich noch oben ein Spalt zwischen Schied und Wand vorhanden sein. Nur so entsteht eine geschlossene thermische Einheit.

Wichtig: Alle Schiede müssen so eingesetzt sein, dass sie für die Bienen nicht seitlich oder von oben umlaufbar sind. Nur von unten können die Bienen das Schied überwinden um in die nächste Kammer zu gelangen. Sonst geht der Effekt verloren.

Das dritte Thermoschied: klare Abtrennung der Futterkammer

Das dritte Thermoschied begrenzt die Futterkammer. Es steht ebenfalls wandbündig und trennt den Futterbereich klar vom restlichen Beutenraum mit weiteren Futterwaben – oder wird (je nach Volksstärke) direkt an die Beutenwand gesetzt. So bleibt der Futterraum definiert, ohne das Brutklima zu stören.

Brutraumgröße: Entscheidend ist die Bienenmasse

Die Größe der Brutkammer wird nicht an der Brutfläche festgelegt, sondern konsequent an der vorhandenen Bienenmasse. Entscheidend ist, wie viele Bienen diesen Raum dauerhaft besetzen und wärmen können. Die Brut entwickelt sich anschließend innerhalb dieses vorgegebenen Raumes – kompakt und energetisch effizient.

Thermoschiede: Warum Material und Bauweise entscheidend sind

Die verwendeten Thermoschiede bestehen aus Styrodurplatten, die rundherum mit doppelt-alukaschierter Noppenfolie ummantelt sind. Styrodur sorgt für sehr gute Wärmedämmung. Die Alu-Kaschierung verstärkt den Effekt, indem sie die von den Bienen abgegebene Infrarotstrahlung in den Brutraum zurückreflektiert. Dadurch wird der Energieverlust durch Wärmeleitung und Wärmeabstrahlung wirksam reduziert.

Futterabriss: nachvollziehbare Sorge, aber bei korrektem Aufbau selten

Die Verbindung zwischen Brutkammer und Futterkammer besteht weiterhin im unteren Bereich. Die Bienen können das Futter erreichen, ohne dass das Brutklima gestört wird. Praktische Erfahrungen zeigen: Bei korrekt aufgebauter Brut- und Futterkammer kommt es nicht zu vermehrtem Futterabriss.

Wo Probleme entstehen: fast immer durch unvollständige Umsetzung

Probleme treten in der Praxis fast ausschließlich dort auf, wo die Methode nicht vollständig umgesetzt wird: Schiede stehen nicht bis zur Wand und sind umlaufbar .In diesen Fällen geht der Effekt verloren – und die Methode wird fälschlich als problematisch wahrgenommen.

Hinweis: Dieser Beitrag beschreibt nicht die komplette Methode. Er soll nur die wichtigsten Unterschiede aufzeigen und dazu anregen, das Konzept einmal selbst auszuprobieren (bzw. sich damit genauer zu beschäftigen).


Fazit

Die Methode nach Damien Merit ist eine konsequent thermisch gedachte Winter- und Übergangsmethode. Sie funktioniert nur dann, wenn der Raum an die Bienenmasse angepasst wird, echte Thermoschiede verwendet werden, die Schiede lückenlos wandbündig stehen, der Brutraum abgeschlossen ist und Wind konsequent ausgeschlossen wird. Ein Thermoschied ist kein normales Schied – und Schieden im Winter folgt anderen Regeln als im Sommer.


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